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           Klinik für Ganzheitsmedizin und Naturheilkunde                  Abteilung Innere Medizin und Naturheilkundliche Ambulanz

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Vitamin K ©  

(Phyllochinon)

Vitamin K - Eigenschaften 

Vitamin K ist eine Sammelbezeichung für verschiedene Stoffe (Phyllochinon = Vitamin K1, Menachion = Vitamin K2, Menadion = Vitamin K3). Vitamin K ist notwendig zur Bildung von Gerinnungsfaktoren (Prothrombin, Faktoren VII, IX, X). Es wird vorbeugend bei Schwangeren vor der Entbindung und bei Neugeborenen gegeben, um Gerinnungsstörungen zu vermeiden, sowie bei Pat., deren Blutgerinnung künstlich mit Phenprocoumon (z.B. Marcumar®, Coumadin®, Phenpro-ratiopharm®) gehemmt wurde, wenn man die Gerinnung wieder verbessern möchte. Es hat darüber hinaus eine gewisse Bedeutung beim Knochenaufbau (Vitamin K ist essentiell für die Synthese von Osteocalcin).

Empfohlene Zufuhr  Therapeutische Dosis
65 µg (Frauen), 80 µg (Männer)*      2-10 mg**, 100-200 µg (bei Osteoporose)

*Der genaue Bedarf ist schwierig zu ermitteln, da vermutlich etwa die Hälfte der benötigten Menge durch Darmbakterien erzeugt wird.

**Zur Behandlung bzw. Prävention von Vitamin K-Mangelblutungen (z.B. bei Neugeborenen oder Patienten unter Cumarin-Antikoagulation, um einen zu hohen INR-Wert*** zu senken bzw. einen zu niedrigem Quickwert*** schneller anzuheben)

***Der Zielwert der Antikoagulation z.B. bei Vorhofflimmern ist INR 2-3, entsprechend Quick 20-30 % (eine strenge Einstellung von INR 2,5-4,5 entsprechend Quick 10-20 %) wird bei bestimmten künstlichen Herzklappen empfohlen. Während der INR standardisiert und überall vergleichbar ist, schwankt der Quick je nach verwendeter Labormethode teilweise erheblich. Ein Quick von 10 % bei einem Labor kann 20 % bei einem anderen entsprechen.

 

Vitamin K1   Strukturformel von Vitamin K

Vitamin K - Symptome eines Mangels 

Ein Mangel kann entstehen durch eine verminderte Resorption bei einigen Darmerkrankungen und nach Einnahme von Antibiotika durch Verminderung der Vitamin K-produzierenden Darmflora. Klinisch am bedeutsamsten ist aber der iatrogen bedingte (und gewollte) Vitamin K-Mangel durch Antikoagulantien vom Cumarin-Typ: 

S Blutungsneigung durch Verminderung einiger Gerinnungsfaktoren mit Erhöhung des INR-Wertes
       bzw. Erniedrigung des Quickwertes. 

Vitamin K - Therapeutische Anwendung 

• Prophylaxe von Gerinnungsstörungen bei Neugeborenen und Kleinkindern
• Prophylaxe von Gerinnungsstörungen bei Patienten mit schweren
Darmerkrankungen
  (z.B.
Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, einheimische Sprue) oder Fettmalabsorption.
Osteoporose 

Vitamin K - Gegenanzeigen und Nebenwirkungen 

Für die orale Gabe von Vitamin K sind keine Nebenwirkungen bekannt. Ein erhöhtes Karzinomrisiko nach parenteraler Vitamin K-Prophylaxe bei Neugeborenen wird diskutiert, ist aber noch umstritten. Sicherheitshalber wird daher die orale Prophylaxe empfohlen. 

Unter Antikoagulation mit Cumarinderivaten stehende Patienten sollten keine Vitamin K enthaltende Kombinationspräparate einnehmen, da hierunter der INR-Wert absinkt und der Quickwert ansteigt (es ist nicht sinnvoll, gleichzeitig Vitamin K und einen Vitamin K-Antagonisten einzunehmen). 

Vitamin K - Vorkommen 

Reichlich in grünen Gemüsen, vor allem Kohlsorten (z.B. Brokkoli, Spinat, Sauerkraut), grünem Tee, Sojabohnen, Eiern, Pilzen und Innereien. Vitamin K ist sehr hitzestabil. 

Deswegen wird Pat., die gerinnungshemmende Medikamente einnehmen, oft vom Genuss dieser Gemüse abgeraten, da diese Medikamente und Vitamin K Gegenspieler sind. Diese Empfehlung ist jedoch falsch! Richtig ist vielmehr, dass nach reichlichem Genuss dieser (für unsere Gesundheit sehr empfehlenswerten) Gemüse die Dosis des Gerinnungshemmers angepasst werden muss. Bei gleichbleibend hohem Genuss - entscheidend ist der Durchschnitt mehrerer Tage - bleibt auch die Medikamenten-Dosis gleich. Entscheidend ist das stabile Gleichgewicht zwischen Vitamin K und Gerinnungshemmern! Bei plötzlicher Änderung der Ernährungsgewohnheiten - egal in welche Richtung - sind jedoch die Gerinnungsparameter dieser Patienten in der Übergangsphase engmaschiger zu überwachen.
Lesen Sie dazu auch meinen Beitrag www.1-medikamente.de/marcumar/

Vitamin K - Handelspräparate

Vitamin K Dosis/Einheit in mg
Kanavit® Tr. 1 ml = 20
Konakion® MM 2 mg Amp.  2
Konakion® MM 10 mg Amp. 10
Es gibt einige Multivitaminpräparate sowie einige Nahrungsergänzungen für Osteoporose, die auch Vitamin K enthalten.

Vitamin K - Labordiagnostik 

Der INR (ca. 1,0) bzw. Quickwert (80-120 %) ist zur Beurteilung des Vitamin K-Status ausreichend, da die entsprechenden Gerinnungsfaktoren nur bei Anwesenheit von Vitamin K gebildet werden können. Die Vitamin K- Bestimmung ist nur für sehr spezielle Fragestellungen notwendig. 

Vitamin K (Serum)     0,15 – 1,55 µg/l             33,22 Euro (GOÄ) 

Vitamin K - Bewertung aus praktischer Sicht 

Bei der Ermährungsberatung von Pat. unter Vitamin K-Antagonisten werden immer noch irreführende Informationen gegeben (siehe Vorkommen). Vitamin K ist auch wichtig für die Knochenbildung. Für eine Osteoporosetherapie kann daher die Behandlung mit einem Vitamin K-haltigen Kombinationspräparat sinnvoll sein. Diagnostisch ist die Bestimmung des Quickwertes zur Beurteilung der Vitamin K-Wirkung ausreichend. Bei hohem INR-Wert bzw. niedrigem Quickwert (z.B. bei Leberzirrhose oder Malabsorption) sollte Vitamin K (zusammen mit den fettlöslichen Vitaminen A, D und E) großzügig gegeben werden, ggf. auch als Injektion.

Cave:

Das Absenken des INR-Wertes bzw. Anheben des Quickwertes mit Vitamin K dauert mehrere Tage und ist nicht für Notfälle (z.B. bei starker Blutung oder Unfall unter Vitamin K-Antagonisten) geeignet.

Viel Erfolg und noch mehr Gesundheit wünscht Ihnen

 © Dr. Volker Schmiedel
Chefarzt der Inneren Abteilung
FA für Physikalische und Rehabilitative Medizin
Naturheilverfahren, Homöopathie
Dozent für Biologische Medizin (Univ. Mailand).

Animationen animierte Augen

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