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Vitamin D – das Knochenvitamin ©

Quizfrage:
Aus welchem körpereigenen Stoff kann der Körper selbst Vitamin D bilden?
a)        
Cholesterin
b)         Kalzium
c)         Eiweiß
d)         Fett

Eine schöne Überschrift – leider enthält sie bereits zwei oder mindestens 1 ½ Fehler! Der erste: Vitamin D ist gar kein Vitamin. Vitamine sind definitionsgemäß essentielle (lebensnotwendige) Nährstoffe, die von außen zugeführt werden müssen. Vitamin D ist zwar essentiell, wir können es aber (siehe auch Auflösung der Quizfrage) mit Hilfe von Sonnenlicht (UV-B-Strahlung) in der Haut selbst bilden. Wir können Vitamin mit der Nahrung in Form von Vitamin-D-reicher Nahrung oder medikamentös zuführen, wir sollten das möglicherweise auch, müssen es aber nicht, wenn wir genügend in der Haut bilden. Aufgrund seiner chemischen Struktur gehört das Vitamin D eher zu den Steroidhormonen, einer Gruppe von Hormonen, zu der auch das Kortison und die Geschlechtshormone gehören.  

Nur die halbe Wahrheit hingegen ist die Bezeichnung des Vitamin D als Knochenvitamin. Diese Bezeichnung impliziert zum einen die fälschliche Annahme, wir bräuchten für den Knochen nur das Vitamin D (wir brauchen auch noch Kalzium, das weiß jeder, aber auch u. a. Vitamin K, Vitamin C, Magnesium, Mangan, Kupfer und Fluor). Zum anderen herrscht immer noch der Glaube vor, Vitamin D wirke nur auf den Knochen und die Zähne. Vitamin D ist zwar unerlässlich, um im Kindesalter Rachitis zu vermeiden und im Alter der Osteoporose vorzubeugen, aber in den letzten Jahren hat die Wissenschaft neue, geradezu sensationelle Erkenntnisse über das Vitamin D gewonnen, die seinen Ruf als reines Knochenvitamin keineswegs mehr rechtfertigen. Die richtige Bezeichnung müsste also lauten:  

Vitamin D“ – das Sonnenhormon  

Zunächst noch einmal einige biochemische Grundlagen. Wenn wir vom Vitamin D sprechen, dann meinen wir meist das Vitamin D3, welches über die Nahrung aufgenommen wird oder aus dem Pro-Vitamin D mit Hilfe der Sonne in der Haut gebildet wird. Dieses auch als Cholecalciferol bezeichnete Vitamin D ist jedoch noch gar nicht richtig wirksam. Es wird in der Leber zum 25-Hydroxy-Vitamin D3 (Calcediol) und dann in der Leber zum 1,25-Dyhydroxy-Vitamin D3 (Calcitriol) umgewandelt. Das geschieht bei gesunder Leber und Niere automatisch, eine genügende Vitamin D3-Zufuhr oder –Synthese ist daher ausreichend für eine gute Versorgung. Lediglich, wenn Leber oder Nieren stark in ihrer Funktion beeinträchtigt sind, können wir paradoxerweise einen Vitamin D-Mangel trotz reichlicher Vitamin D3-Zufuhr haben – es wird daraus eben nicht mehr das eigentlich wirksame Vitamin D gebildet.  

Wie wirkt Vitamin D?  

Seine Bedeutung für gesunde Knochen und Zähne sind jedem bekannt. Es fördert:  

  • die Aufnahme von Kalzium aus dem Darm

  • die Rückaufnahme von Kalzium aus der Niere

  • und den Einbau von Kalzium in den Knochen.

Aber es hat, wie schon erwähnt, weit darüber hinaus gehende Aufgaben. So hat man im Tierversuch festgestellt, dass es die Bauchspeicheldrüse vor Autoimmunprozessen schützt. Der Diabetes Typ I ist ja eine Autoimmunerkrankung, bei der die Immunabwehr die Insulin produzierenden Bauchspeicheldrüsenzellen zerstört. An finnischen Kindern (dort gibt es sehr viele Typ I-Diabetiker – vielleicht wegen der fehlenden Sonne?) konnte gezeigt werden, dass die Einnahme von Vitamin D die Häufigkeit von Diabetes Typ I um 80 % senken kann.  

Aber auch beim Typ II- Diabetes, bei dem eine Insulinresistenz, eine mangelnde Wirkung des Insulins auf die Körperzellen, zugrunde liegt, hilft Vitamin D. Je niedriger die Vitamin D-Konzentration ist, umso höher steigt der Insulinspiegel bei einer definierten Belastung mit Glukose. Vitamin D trägt daher möglicherweise zu einer besseren Blutzuckereinstellung des Typ II-Diabetikers bei.  

Auch bei Herzkreislauferkrankungen kann Vitamin D nützlich sein. So wiesen Patienten mit starker Herzmuskelschwäche deutlich niedrigere Vitamin D-Spiegel als gesunde Kontrollpersonen auf. Die Konzentrationen lagen dabei – je nach untersuchtem Vitamin D und Alter der Untersuchten – um immerhin 20 bis 48 % niedriger. Darüber hinaus wirkt Vitamin D auf das Renin-Angiotensin-System regulierend. Dieses steuert den Blutdruck. Vitamin D könnte daher auch zur Vorbeugung und Behandlung von Bluthochdruck nützlich sein.  

Vitamin D wirkt außerdem auf das Nervensystem. In Untersuchungen hat man festgestellt, dass Osteoporose-Patienten bei Vitamin D-Zufuhr weniger Knochenbrüche erleiden. Dies ist über eine Erhöhung der Knochendichte sehr einleuchtend. Als man die Studiendaten aber genauer analysierte fand man heraus, dass die Patienten, wenn sie denn stürzten, sich nicht nur weniger häufig die Haxen brachen, nein, sie stürzten auch viel seltener. Warum sollte jemand, der Vitamin D einnimmt, denn ausgerechnet weniger hinfallen? Vitamin D wirkt eben nicht nur auf die Knochen, sondern auch auf die neuro-muskuläre Koordination, das Zusammenspiel zwischen Nerven und Muskeln klappt einfach besser.  

Es gibt sogar Hinweise darauf, dass Vitamin D auch die Psyche beeinflusst. Unter Vitamin D-Mangel wurden vermehrt Depressionen beobachtet. Dies könnte eine Erklärung für das Auftreten der so genannten Winterdepression sein. Im Winter fallen bei allen Menschen, wenn nicht Vitamin D zugeführt wird, die Vitamin D-Spiegel regelhaft ab. Sinken die Spiegel zu tief, wobei die Grenze individuell wohl sehr unterschiedlich ist und durch viele weitere Faktoren beeinflusst wird, kann eine Depression entstehen oder sich verstärken.

Und schließlich wirkt Vitamin D auch noch auf das Immunsystem. Wissenschaftler haben festgestellt, dass Vitamin D eine differenzierende Wirkung auf Leukämiezellen hat (je differenzierter eine Tumorzelle ist, desto harmloser ist sie – vereinfacht gesagt). Auf verschiedene Tumorarten (Dickdarm, Brust, Melanom, Osteosarkom) hat Vitamin D eine antiproliferative (wachstumshemmende) Wirkung. Und es konnte schließlich gezeigt werden, dass Brust-, Dickdarm- und Prostatakrebse umso seltener auftreten, je besser die Vitamin D-Aufnahme ist.  

Auf Makrophagen, den Fresszellen unseres Immunsystems, konnten Vitamin D-Rezeptoren gefunden werden. Bei Anwesenheit von Vitamin D können Makrophagen Mikroben viel besser bekämpfen. Vitamin D hemmt andererseits die Bildung von Tumor Nekrose Faktor-α und von Interleukin 12, zwei wichtigen Substanzen, die bei übermäßigen Immunreaktionen wie Autoimmunkrankheiten beteiligt sind. Es stellt sich also immer mehr heraus, dass Vitamin D ein Immunmodulator ist, d. h. ein zu schwaches Immunsystem wird stimuliert, gleichzeitig werden aber übermäßige Immunreaktionen wie bei Rheuma oder entzündlichen Darmerkrankungen vermieden.  

Vitamin D könnte man also mit Fug und Recht als „Sonnen-Knochen-Nerven-gute Laune-Immun-Vitamin“ bezeichnen. Die moderne Medizin kennt mittlerweile eine Fachrichtung, die sich Psycho-Neuro-Endokrino-Immunologie nennt – ein Wortungetüm, welches nichts anderes besagt, als dass Seele, Nerven, Hormondrüsen und Immunsystem nicht als voneinander völlig getrennte Einheiten angesehen werden können. Vielmehr bilden diese Bereiche eine funktionelle Einheit, das Eine kann man nicht ohne das Andere verstehen. Es ist auch aus erkenntnistheoretischer Sicht interessant, dass modernste naturwissenschaftliche Forschungsergebnisse und alte erfahrungsheilkundliche Grundsätze sich in ganzheitlicher Sichtweise harmonisch miteinander verbinden.  

Vitamin D-Bedarf: Wie viel Vitamin D brauchen wir?  

Die Ernährungsgesellschaften empfehlen 5 μg Vitamin D pro Tag. Kleinkinder, Stillende und über 65-jährige sollten 10 μg täglich zuführen. Oftmals werden nicht die μg = Mikrogramm, sondern die I.E. = Internationale Einheiten angegeben. Sie können beides ganz leicht ineinander umrechnen:  

1 μg = 40 I.E.  

Die Zufuhrempfehlungen liegen also bei 200 bis 400 I.E. Die Empfehlungen gelten für Gesunde. Der therapeutische Bereich bei bestimmten Erkrankungen liegt teilweise weit darüber.  

Vorkommen: Welche Lebensmittel sind besonders reich an Vitamin D?  

Die Vitamin D - reichsten Lebensmittel sind Fische. Andere tierische Produkte sind wesentlich ärmer an Vitamin D, hier sticht lediglich die Leber als guter Lieferant hervor. In pflanzlichen Lebensmitteln finden wir Vitamin D nicht, außer in Pilzen. 

Beispiele:

Lebensmittel Gehalt pro 100 g in µg % der empfohlenen Zufuhr
Rinderleber 1,7 34
Champignons 1,9 38
Heilbutt      5 100
Thunfisch 

5,4

108

Sardine  

7,5

150

Aal  

13

260

Lachs

16,3

326

Hering   

31

620

Auch Milch, Butter und Eier enthalten Vitamin D. Sehr reich an Vitamin D sind Fischlebertrane, wobei der angegebene Gehalt beachtet werden sollte. Vegetarier, die keinen Fisch und keine Pilze essen und außerdem die Sonne meiden, bekommen also garantiert Probleme mit der Vitamin D-Versorgung.

Überdosierung: Kann zuviel Vitamin D gefährlich werden?  

Es gibt keine Substanz, die nicht auch ein Gift sein kann, es kommt eben nur auf die Dosis an – wusste schon der alte Paracelsus. Vitamin D gehört zu den fettlöslichen Vitaminen, die - anders als die wasserlöslichen Vitamine – bei Überdosierung nicht einfach über die Niere ausgeschieden werden, sondern sich im Fettgewebe anreichern und relativ leicht (im Vergleich zu wasserlöslichen Vitaminen) Symptome einer Überdosierung auslösen können. Wenn Sie sich nicht extrem einseitig ernähren, ist hierdurch keine Überdosierung zu befürchten. Anekdotisch sind Vitamin D-Vergiftungen bei Polarforschern berichtet worden, die sich von Eisbärleber ernährten. Diese Gefahr sollte bei uns also eher gering sein, lediglich bei Einnahme von reichlich Lebertran – und da sollte schon der grausliche Geschmack schützen. Zu starke Sonnenbestrahlung kann trotz der dann reichlichen Bildung in der Haut nicht zu einer Vitamin D-Hypervitaminose führen, da über körpereigene Regelkreise die Synthese dann zurückgefahren wird.  

Ein wenig anders schaut es schon aus, wenn hoch dosierte Präparate eingenommen werden. Der übliche therapeutische Bereich geht bis 20 μg oder 1000 I.E., im Einzelfall kann man auch für begrenzte Zeit bis zu 40 μg oder 2000 I.E. einnehmen. Höhere Dosen sollten nicht ohne ärztlichen Rat verabreicht werden. Es gibt zwar mittlerweile auch Hinweise darauf, dass einige Menschen erst bei deutlich höheren Dosen in den für sie interessanten therapeutischen Bereich hineinkommen, was den optimalen Schutz für das Immunsystem oder die Steigerung der Knochendichte angeht. Eine solche Hochdosistherapie sollte aber nicht ohne ein Monitoring der Vitamin D-Werte im Blut durchgeführt werden, damit man auf der sicheren Seite ist.  

Symptome einer Überdosierung sind Schwäche, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Durst, Übelkeit – also sehr allgemeine, unspezifische Symptome, die nicht wegweisend für eine Vitamin D-Überdosierung sind, sondern auch bei vielen anderen Krankheiten und Störungen vorkommen.  

Indikationen: Wo kann Vitamin D hilfreich sein?  

Entsprechend seiner Bedeutung gibt es viele Einsatzgebiete für das Multitalent Vitamin D:  

  Rachitis-Prophylaxe: Säuglinge und Kleinkinder sollten 5 bis 10 μg gleich 200 bis 400 I.E. erhalten. Bei älteren Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen kann die Gabe von Vitamin D bei ungenügender Sonnenbestrahlung oder bei Dunkelhäutigen sinnvoll sein. Schwarzafrikaner sollten in unseren Breiten mehr Vitamin D einnehmen als Italiener und Italiener mehr als hellhäutige Deutsche.

  Schwangerschaft und Stillzeit: Wegen des zusätzlichen Bedarfs werden 5 μg gleich 200 I.E. zusätzlich empfohlen.

  Osteoporose: Vorbeugend 500 I.E., therapeutisch 1000 I.E., unter Umständen auch mehr, ein Spiegel von 100 nmol/l 25-Hydroxy-Vitamin D3 sollte angestrebt werden.

  Psoriasis (Schuppenflechte): Äußerlich durch Vitamin D-haltige Salben, innerlich 500 bis 1000 I.E. (Achtung: Bei langfristiger, großflächiger äußerer Anwendung Vitamin D-Spiegel-Kontrolle erforderlich).

  Rheumatoide Arthritis: 1000 I.E Vitamin D zusammen mit Kalzium 1g, Vitamin C 3x1/4 TL und natürlichem Vitamin E 1000 I.E.

  Andere Autoimmunerkrankungen: 1000 I.E Vitamin D, Vitamin C 3x1/4 TL und natürlichem Vitamin E 1000 I.E.

  Krebsprophylaxe und Therapie: 1000 I.E. zusammen antioxidativen Nährstoffen sowie weiteren naturheilkundlichen und  - wo notwendig – auch schulmedizinischen Behandlungsansätzen. Besonders wichtig bei Brust-, Dickdarm- und Prostatakrebs.

  Diabetes Typ II: 500 bis 1000 I.E. können möglicherweise des Zuckerstoffwechsel verbessern.

  Hypertonie (Bluthochdruck): Gute Versorgung mit reichlich Kaltwasserfischen (2-3x/Woche) deckt den Vitamin D-Bedarf und die Versorgung mit den ebenfalls blutdrucksenkenden Omega-3-Fettsäuren.

  Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche): Versuchsweise 1000 I.E., bei schwerer Herzinsuffizienz Einstellung der optimalen Dosis mit Vitamin D-Spiegelkontrolle, zusammen mit Coenzym Q10, Weißdorn und schulmedizinischen Medikamenten.

  Depression: Versuchsweise 1000 I.E., ggf. Spiegelkontrolle zu Therapiebeginn und nach drei Monaten, ggf. zusammen mit hoch dosierten Johanniskrautpräparaten, Vitamin B6und Zink (oder bei schwerer Depression mit Antidepressiva).

  Nierenerkrankungen: Bei chronischen Nierenerkrankungen sollten das Calcediol und das Calcitriol im Serum bestimmt werden. Danach sollte entschieden werden, ob und wie viel eines aktivierten Vitamin D-Präparates (s. o.) eingenommen werden sollte.

  Zustand nach Parathyreoidektomie (Entfernung der Nebenschilddrüse): Hier kommt es oft zu Störungen des Kalziumhaushaltes. Einnahme von Kalzium und/oder Vitamin D unter ärztlicher Kontrolle.

  Koordinationsstörungen (z. B. Gangunsicherheit ohne erkennbare neurologische Ursache)Hier kann Vitamin D 1000 I.E. versucht werden, ggf. vorher Laborkontrolle.

Gegenanzeigen: Wann darf Vitamin D nicht eingenommen werden?  

Bei Hyperkalzämie (erhöhter Kalziumspiegel im Blut) darf Vitamin D nicht gegeben werden, da diese Störung noch verstärkt würde. Bei Nierensteinen in der Vorgeschichte oder bei Morbus Boeck sollte Vitamin D nur nach ärztlicher Rücksprache eingenommen werden.  

Handelpräparate: Welches Vitamin D ist gut dosiert und preiswert?  

Da Vitamine immer restriktiver von den Ärzten verordnet und von den Kassen erstattet werden, nimmt die Notwendigkeit zu, sich selbst qualitativ hochwertige Präparate zu besorgen, die ein günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis aufweisen. Hier einige Beispiele (beim Preis ist die größtmögliche Packung berücksichtigt):

Präparat  Gehalt in μg (I.E.) Preis pro 1000 I.E. in € Rezeptpflicht
D3-Vicotrat Injektion 2500 (100.000)  0,02 ja
Dedrei Drg 25 (1000) 0,05  ja
Dekristol 400 Tabl. 10 (400) 0,16  nein
Dekristol 20000 Kps. 500 (20.000)    0,01 ja
Ospur D3 Tabl.  2,5 (1000)   0,08 ja
Vigantoletten 500 Tabl.  1,25 (500)   0,14  nein
Vigantoletten 1000 Tabl. 2,5 (1000)  0,08   nein
Vigantol Oel   500 (20.000) pro ml=30 Tr. 0,01    ja
Vigantol 50.000 Ampullen 1,25 (50.000) 0,06  ja
Vitamin D3-Hevert Tabl. 2,5 (1000)   0,07     nein

Es gibt noch zahlreiche Vitamin D/Kalzium-Kombinationspräparate

Von den rezeptfreien Präparaten sind also Vitamin D3-Tabletten von Hevert am günstigsten, von den rezeptpflichtigen Dekristol 20000 Kapseln (Achtung: Einnahme nur alle 3 Wochen, bei einer gewünschten Tagesdosis von 1000 I.E., muss im Kalender angestrichen werden!) oder Vigantol Oel, welches einfacher zu dosieren ist. 1 Tropfen entspricht etwa 667 I.E., mit 1 bis 2 Tropfen wird man also gewöhnlich auskommen (Achtung: Tropfen Sie Vigantol Oel nicht auf einen Löffel. Wenn Sie diesen dann ablecken, bleibt oft der halbe Tropfen am Löffel kleben. Tropfen Sie Vigantol Oel lieber auf ein Stück Brot oder auf den mit Suppe gefüllten Löffel, damit Sie ihn wirklich ganz einnehmen!).  

Rationelle Labordiagnostik: Wer sollte seinen Vitamin D-Spiegel bestimmen lassen?  

Um einen Vitamin D-Mangel erkennen zu können, reicht normalerweise die Bestimmung von 25-Hydroxy-Vitamin D3 (Calcediol) im Serum völlig aus. Bei Nierenerkrankungen mit Verdacht auf Vitamin D-Mangel muss aber unbedingt auch das aktivierte Vitamin D3 (1,25-Dihydroxy-Vitamin D3, Calcitriol) bestimmt werden. Je nach Mangelsituation und Grunderkrankung reicht es dann, das „normale“ Vitamin D zuzuführen oder aber es muss unbedingt das aktivierte Vitamin D (z. B. Bocatriol, Bondiol, Decostriol, Doss, EinsAlpha, Osteotriol oder Rocatriol)), welches rezeptpflichtig ist und natürlich auch ein Vielfaches kostet, zugeführt werden. Die Entscheidung, welches Vitamin D in welcher Dosierung das Richtige ist, sollte dem darin erfahrenen Arzt vorbehalten bleiben.  

Die Untersuchung von Vitamin D ist nicht ganz preiswert (Calcediol 33,22 €, Calcitriol 43,71€) Da häufige Bestimmungen dieser Vitamine dem niedergelassenen Kassenarzt das Laborbudget sprengen würden, werden diese Untersuchungen viel zu selten durchgeführt, selbst dann nicht, wenn sie medizinisch wirklich notwendig wären. Wer kann es dem Arzt verübeln, wenn er die Untersuchungen nicht aus eigener Tasche bezahlen will, weil er von der Kasse in Regress genommen wird? Wenn diese Untersuchung aber dazu beiträgt, dass eine Oberschenkelhalsfraktur verhindert, eine Schuppenflechte deutlich gebessert oder eine Metastasierung eines Krebses vermieden werden kann, dann hat sich diese Investition mehr als gelohnt. Die Untersuchung ist bei uns im Rahmen eines stationären Aufenthaltes (alle Kassen bei medizinischer Notwendigkeit) oder in meiner naturheilkundlichen Privatambulanz möglich (Kontaktaufnahme s. u.).I

Warum haben wir eigentlich Angst vor zu vielen Vitaminen, aber nicht vor dem Mangel mit seinen gravierenden Folgen? 

Bei meinen Patienten mit entsprechender Indikation messe ich regelmäßig den Vitamin D-Spiegel, gebe dann etwas, wenn der Spiegel zu gering ist, und kontrolliere nach drei Monaten. Ggf. muss dann die Dosis erhöht werden. Manchmal muss ich sogar 3000 oder 4000 Einheiten gegen, um den Mangel zu beheben. Nicht selten kommen die Patienten dann aufgeregt zu mir und berichten, ihr Arzt haben ihnen dringend vor der Einnahme von „Mega-Dosen“ des potentiell gefährlichen Vitamin D abgeraten. Wohlgemerkt: Die Patienten waren vorher in einem skandalösen Mangel. Die Werte waren von anderen Ärzten jedoch nie überprüft worden. Nach der Gabe hoher Dosen lag der Spiegel nachweisbar in einem optimalen Bereich – weit entfernt von einer Überdosierung. Trotzdem wird ignorant vor der Gabe der als optimal bewiesenen Dosis gewarnt.

Auf der anderen Seite gibt es Studien, die belegen, dass Bewohner von deutschen Altersheimen zu 100 % einen Vitamin D-Mangel haben. Noch einmal zum Mitschreiben: In deutschen Altersheimen gibt es praktisch keinen Insassen, der einen optimalen Vitamin D-Spiegel aufweist! Die Bezeichnung Insasse ist treffend, da für zu wenig Bewegung gesorgt wird und die Bewohner viel zu selten raus an die Sonne kommen – und wenn, dann in dichten, schwarzen Kleidern, die keinen Sonnenstrahl zur Haut durchlassen. Wenn jeder Bewohner dreimal pro Woche Fisch oder jeden Tag 1000 Einheiten Vitamin D bekäme, gäbe es mit Sicherheit weniger Oberschenkelhalsbrüche, Krebsfälle und andere Erkrankungen. Aber welcher Rentner wird schon auf Vitamin D untersucht? Stattdessen wird vor den  angeblichen Gefahren von Vitamin D gewarnt.

Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit  

 © Dr. Volker Schmiedel
Chefarzt der Inneren Abteilung
FA für Physikalische und Rehabilitative Medizin
Naturheilverfahren, Homöopathie
Dozent für Biologische Medizin (Univ. Mailand).

Animationen animierte Augen

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Auflösung der Quizfrage:  

b)   Der Kalziumstoffwechsel hängt eng mit dem Vitamin D zusammen. Bei Vitamin D-Mangel kann Kalzium nicht so gut aus der Nahrung aufgenommen und auch nicht in den Knochen eingebaut werden. Kalzium beeinflusst aber nicht das Vitamin D und fördert schon gar nicht dessen Bildung. Vitamin D ist also für Kalzium wichtig, nicht aber umgekehrt.

c)   Auch Eiweiß ist keine Vorstufe von Vitamin D. Eine hohe Eiweißzufuhr stört vielmehr den Kalziumstoffwechsel. Kalzium wird dann vermehrt über die Niere ausgeschieden. Dazu trägt vermutlich die Übersäuerung durch zu viele Aminosäuren(!) aus dem Eiweiß bei. Versuche haben gezeigt, dass es bei einer eiweißreichen Mahlzeit zu einer starken Ausscheidung von Kalzium im Urin kommt. Werden zu der eiweißreichen Mahlzeit säureneutralisierende Basensalze gegeben, bleibt die Kalziumausscheidung hingegen aus.

d)   Auch Fett führt nicht zur Bildung von Vitamin D. Eine extrem fettarme Kost würde die Aufnahme von Vitamin D zwar erschweren, aber in der halbwegs normalen Ernährung sind ja immer, meist sogar überreichlich, Fette vorhanden. Eine fettreiche Kost vermindert vielmehr die Aufnahme von Kalzium aus dem Darm.

Richtig ist also a) Cholesterin. Über verschiedene Zwischenstufen wird tatsächlich aus Cholesterin Vitamin D gebildet – allerdings nur unter Sonnenbestrahlung der Haut. Menschen, die nicht viel im Freien sind, die Sonne stark meiden, dunkelhäutig sind oder auch im Sommer mit hochgeschlossener, dunkler Kleidung herumlaufen, haben also Probleme mit der Vitamin D-Bildung. Einige Autoren behaupten, eine Cholesterinsenkung, z. B. auch durch Medikamente, würde demzufolge auch die Vitamin D-Bildung behindern. Das könnte zwar rein theoretisch richtig sein, wird aber nicht durch die Wirklichkeit bestätigt. Wir nehmen mit der Nahrung im Durchschnitt etwa 500 mg Cholesterin zu uns, wir bilden vermutlich noch einmal selbst etwa dieselbe Menge – wir benötigen aber nur 5 Mikrogramm Vitamin D, das entspricht einem 100.000stel der Cholesterinzufuhr. Es ist also für Vitamin D immer genügend Cholesterin da. Und wenn der Zusammenhang Cholesterinsenkung – Vitamin D-Mangel – Osteoporose wirklich richtig wäre, dann müssten ja Menschen, die medikamentös das Cholesterin senken, ein erhöhtes Risiko für Osteoporose zeigen. Umgekehrt sollten Menschen mit sehr hohen Cholesterinspiegeln eine sehr gute Knochendichte aufweisen. Für beide Vermutungen gibt es jedoch keinerlei Hinweise. Die endokrinologischen (die Hormone betreffenden) Regelkreise sind halt etwas komplexer als unser manchmal einfaches mechanistisches Denken uns glauben machen will. Also: Steigern Sie bitte nicht Ihre Cholesterinzufuhr, um den Knochen zu stärken!

Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten stehe ich Ihnen im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in der naturkundlichen Privatambulanz.

Alle oben erwähnten Laboruntersuchungen können in der Inneren Abteilung der Habichtswaldklinik oder der Naturheilkundlichen Privatambulanz durchgeführt werden.

Informationen über das Therapieangebot der Inneren Abteilung:
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Aktualisiert: August 2010

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