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Vitamin C ©  

Quizfrage:
Welches Lebensmittel enthält am wenigsten Vitamin C ?
a)  Rote Paprika
b)  Schwarze Johannisbeere
c)  Neuseeländische Kiwi
d)  Zitrone

Wofür brauchen wir Vitamin C?

Vitamin C ist ein starkes Antioxidans. Es schützt biologische Strukturen vor Angriffen von freien Radikalen (aggressiven Molekülen) und vor
Oxidationsprozessen. Vereinfacht gesagt schützt Vitamin C Gewebe und wichtige Moleküle (z.B. Zellmembranen, LDL-Cholesterin) vor dem Ranzigwerden. Es schützt sogar andere Vitamine (z. B. Vitamin E) vor Oxidation. Darum ist Vitamin C als Ascorbinsäure auch vielen Nahrungsmitteln als Lebensmittelzusatzstoff beigefügt (schauen Sie einmal auf die Inhaltsangabe industriell gefertigter Nahrung). Weitere Wirkungen:

S Vitamin C verbessert auch die Eisenaufnahme aus dem Darm.
S Vitamin C hat eine Schlüsselstellung bei der Kollagensynthese und ist daher wichtig für
       Aufbau und Erhalt von Haut, Zähnen, Nägeln und Haaren.
S Vitamin C verhindert die Bildung von krebserregenden Nitrosaminen im
       Magen-Darm-Trakt.
S Vitamin C stärkt das Immunsystem gegenüber bakteriellen und viralen Infektionen, indem die
       Produktion von Antikörpern und Interferon sowie die Funktion der weißen Blutkörperchen
       gefördert wird (diese enthalten von allen Körperzellen bei Weitem am meisten Vitamin C).

Der Körper hat keine nennenswerten Vitamin C - Speicher. Wir müssen es also praktisch täglich in der benötigten Menge zuführen. Wenn wir längere Zeit kein Vitamin C aufnehmen entsteht bereits nach wenigen Tagen ein bedeutsamer Vitamin C - Mangel. Das Immunsystem wird schwach, wir werden infektanfälliger. Die Kollagenbildung ist beeinträchtigt, darum fallen z. B. die Zähne aus.

Ein englischer Landarzt erkannte schon im 18. Jahrhundert, dass frisches Obst und Gemüse einen Stoff enthalten müsse, der diese für die Seefahrernation England und die einzelnen Seeleute unangenehmen Erscheinungen verhindern kann. Er forderte, dass alle Schiffe viel Obst, Gemüse und Sauerkraut bunkern und die Seeleute regelmäßig damit versorgt werden sollten. Es dauerte "nur" 150 Jahre, bis die britische Admiralität diesen Vorschlag aufgriff. Möglicherweise braucht es dieselbe Zeit, bis sich neue Erkenntnisse durchsetzen, die eine höhere Zufuhr von Vitamin C fordern.

Wenn Vitamin C so gesund ist, warum streiten sich die Wissenschafter eigentlich so heftig um die richtige Dosis? Und was ist überhaupt die "richtige Dosis"?

Niemand kann heute genau sagen, wie viel Vitamin C wir täglich wirklich benötigen. Die Zufuhrempfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) wurde vor einigen Jahren von 75 auf 100 mg täglich heraufgesetzt. Orthomolekulare Mediziner - also Ärzte, die sich mit den "richtigen Nährstoffen", mit Nahrungsergänzungen, professionell befassen - fordern hingegen ein bis mehrere Gramm täglich. Linus Pauling, der zweifache Nobelpreisträger und "Vitamin C - Papst" nahm täglich 30 g ein! Wir wissen nicht, ob er recht hatte, aber als er mit weit mehr als 90 Jahren starb, hatte er immerhin einen großen Teil seiner Kritiker überlebt...

100 mg ist die Dosis, die sicher einen Vitamin C - Mangel vermeidet. Nicht mehr und nicht weniger. Wollen wir hingegen antioxidative Effekte erzielen, den Körper damit möglicherweise vor Krebs, Herzinfarkt, Rheuma, Asthma und weiteren Erkrankungen schützen, von denen wir heute wissen, dass sie mit Oxidation zu tun haben, so reichen diese 100 mg wohl bei Weitem nicht aus.

Was wenige wissen: Vitamin C ist im Tierreich gar kein Vitamin, da es Hunde, Katzen, Pferde, fast alle Tiere selbst herstellen können. Lediglich das Meerschweinchen, die Menschenaffen und wenige andere Tierarten sowie der Mensch sind auf eine regelmäßige Zufuhr von außen angewiesen. Wir nehmen heute an, dass unsere Vorfahren vor mehreren Millionen Jahren reine Vegetarier mit einer sehr hohen Vitamin C - Aufnahme waren. Sie waren also gar nicht mehr auf die Eigenproduktion angewiesen. Durch eine Mutation verlor unser direkter Ahne die Fähigkeit der Vitamin C - Produktion. Dies erwies sich aber als Vorteil, da die hierfür aufgewendete Energie für etwas anderes verwendet werden konnte. Der Verlust der Vitamin C - Synthese bedeutete also bei sehr Vitamin C - reicher Kost einen Selektionsvorteil in der Evolutionsgeschichte.

Jeder zweite Deutsche führt zu wenig Vitamin C zu.
Heute sind wir (in der Regel) keine Vegetarier mehr und haben bereits Probleme, unsere tägliche DGE-Empfehlung zu erfüllen. Nach der mehr als zehn Jahre alten Nationalen Verzehrsstudie schafft es etwa die Hälfte der Bevölkerung nicht, selbst die eher mickrige Vitamin C - Dosis von (damals noch) 75 mg zu erfüllen. Das ist eigentlich eine Schande für die Bemühungen unserer
Ernährungswissenschaftler und Diätberater! 75 mg erreichen wir bereits mit einer Kiwi oder einem Caipirinha. Diese Studie zeigt, wie ungesund sich der Durchschnitt der Bevölkerung ernährt.

Die Studie (bei anderen Nährstoffen schaut es teilweise noch katastrophaler aus) verschwand dann rasch in irgendwelchen Schubladen, die Ergebnisse wurden nie einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Warum nicht? Konsequenterweise müsste fast die gesamte Bevölkerung ihre Ernährung komplett umstellen oder wir müssten alle Nahrungsergänzungen schlucken - beides ist gesundheitspolitisch nicht erwünscht.
Wenn wir wirklich wissen wollen, wie viel Vitamin C wir benötigen, so schauen wir doch einfach ins Tierreich. 
Wie viel Vitamin C bilden denn 75 kg schwere Säugetiere täglich? Egal ob wir kleine Kälber oder große Hunde untersuchen: 75 kg schwere Säugetiere produzieren täglich etwa ein bis zwei Gramm Vitamin C. Und wenn sie krank sind, sogar weit mehr als zehn Gramm! Das scheinen die optimalen Dosen zu sein.
Mit einer sehr, sehr obst- und gemüsereichen Kost können wir tatsächlich an ein Gramm herankommen. Mehrere Gramm sind auf Dauer kaum realisierbar. Wir sollten also alle mit weit mehr Obst und Gemüse als derzeit durchschnittlich verzehrt wird eine gute Vitamin C-Grundlage bilden (auch wegen der vielen anderen, wertvollen, so genannten sekundären Pflanzeninhaltsstoffe). 
Ganz sicher gehen wir, wenn wir etwa drei Gramm zusätzlich einnehmen. Da die Halbwertszeit (die Zeit, in der die Hälfte abgebaut oder ausgeschieden wird) von Vitamin C im Körper nur wenige Stunden beträgt, sollten wir diese Dosis auf drei Portionen verteilen, z.B. dreimal täglich ein Viertel Teelöffel Vitamin C - Pulver in Wasser oder Fruchtsaft. Bei Erkrankungen, insbesondere bei Entzündungen (z.B.
Erkältung, Rheuma, Multiple Sklerose, Asthma usw.) sowie nach Operationen und bei Krebs benötigen wir ein Mehrfaches hiervon. 

Bei welchen Erkrankungen/Störungen kann ich Vitamin C anwenden?

Jeder Gesunde kann vorbeugend die oben genannten drei Gramm Vitamin C nehmen. 
Achtung: Wenn Sie längere Zeit mehrere Gramm Vitamin C einnehmen und Sie wollen damit aufhören, so sollten Sie die Dosis langsam über mehrere Wochen ausschleichen. Der Körper könnte sonst bei abruptem Absetzen sogar in einen Mangel geraten.

Bei verzögerter Wundheilung nach Verletzungen oder Operationen.

  • Alle bakteriellen oder viralen Infekte sollten Sie frühzeitig und hoch dosiert mit Vitamin C behandeln

  • Bestimmte Giftstoffe (z.B. Schwermetalle wie Quecksilber, aber auch Nikotin und manche Pharmaka) werden unter Vitamin C besser verstoffwechselt und ausgeschieden.

  • Krebsvorbeugung mit Vitamin C im Grammbereich, Krebstherapie unter ärztlicher Kontrolle im Zehngrammbereich, evtl. auch Vitamin C-Infusionen.

  • Bei Arthrose (Gelenkverschleiß) zur Förderung der Kollagen- und Knorpelbildung.

  • Bei Arthritis (z.B. Rheuma) als Oxidationsschutz wegen des hohen Anfalls freier Radikale bei Entzündungen.

  • Bei allen anderen Entzündungen (z.B. Colitis, Morbus Crohn, Asthma, Multiple Sklerose,
    Neurodermitis
    ) verbraucht der Körper - je nach Stärke der Entzündung - mehr Vitamin C.

  • Zur Vorbeugung und Behandlung von Arteriosklerose wegen des Oxidationsschutzes. Nur oxidiertes Cholesterin lagert sich an die Gefäßwände ab.

  • Bei schlechter Vitamin C-Versorgung kann Vitamin C zur Cholesterinsenkung beitragen.

  • Bei Allergien fördert Vitamin C den Abbau von Histamin, welches bei der Allergiereaktion eine entscheidende Bedeutung hat. Vitamin C sollten Sie bei Allergien hoch dosiert (mind. 5 g) und zusammen mit Kalzium (mind. 1 g) einnehmen. Auch Vitamin C-Infusionen kommen hier in Frage.

  • Beim Katarakt (Grauer Star) haben Vitamin C-Dosen über 300 mg über mehrere Jahre eingenommen eine Schutzwirkung.

  • Bei chronischer Hämodialyse (Blutwäsche mit künstlicher Niere) und bei längerer Ernährung über Infusionen sollte zusätzlich Vitamin C zugeführt werden.

  • Erhöhter Methämoglobingehalt im Kindesalter sowie Harnsteine aus Cystin sind weitere, eher seltenere Anwendungsgebiete.

Welche Nebenwirkungen hat Vitamin C?

Auch bei einer Zufuhr von 10 g - das ist das Hundertfache der empfohlenen Dosis - ist Vitamin C meist gut verträglich. Auf einige Nebenwirkungen müssen wir dennoch achten:

  • Ist die Dosis zu hoch, so rauscht es einfach durch und wir bekommen Dünnpfiff. Dann sollten wir die Dosis zurücknehmen, bis sich der Stuhl wieder normalisiert.
    Nebenbei: Bei akuten Entzündungen vertragen wir oft ein Mehrfaches dessen, was sonst zu
    Durchfall führen würde - wir nehmen dann mehr auf und verbrauchen auch mehr.

  • Wer magenempfindlich ist, kann Probleme bei der Einnahme größerer Mengen bekommen (Vitamin C = Ascorbinsäure). Sie sollten dann eine Vitamin C-Kapsel einnehmen, die sich erst im Dünndarm auflöst (z.B. Cetebe®) oder ein gepuffertes Vitamin C (z.B. Kalzium- oder Natriumascorbat). Diese Alternativen kosten allerdings mehr als zehnmal soviel wie herkömmliches Vitamin C-Pulver. Eine sehr preisgünstige Alternative erfahren Sie weiter unten.

  • Wer Vitamin C als in Flüssigkeit gelöstes Pulver oder als Brausetablette einnimmt, sollte anschließend den Mund gut ausspülen. Die Ascorbinsäure kann sonst den Zahnschmelz angreifen.

  • Immer wieder wird berichtet, dass hohe Dosen von Vitamin C zu Nierensteinen führen. Diese Befürchtung resultiert aus theoretischen Überlegungen und konnte in Experimenten nicht erhärtet werden.

  • Genauso werden immer wieder einmal pro-oxidative Effekte (also kein Schutz, sondern eine Förderung des "Ranzigwerdens") von Vitamin C aus Laborversuchen abgeleitet. Dies konnte bisher aber nur in Reagenzglasversuchen, die wenig mit der biologischen Wirklichkeit zu tun haben, gefunden werden. Insgesamt überwiegen eindeutig die anti-oxidativen Wirkungen.

Ist natürliches oder künstliches Vitamin C besser?

Das beste Vitamin C ist das, welches wir im natürlichen Verbund des Lebensmittels aufnehmen. Reich an Vitamin C sind:

  • Obst, besonders Johannisbeeren, Sanddorn, Hagebutten, Kiwi, Zitrusfrüchte und der Vitamin C - Weltmeister, die Acerola-Kirsche

  • Gemüse, besonders Paprika, Brokkoli, alle Kohlsorten (z.B. Sauerkraut)

  • Frische Kräuter, besonders Petersilie

  • Kartoffeln

  • Von den tierischen Lebensmitteln haben nur Leber und Niere einen nennenswerten Gehalt.

Bei Einnahme von Nahrungsergänzungspräparaten gilt: Vermutlich ist natürliches Vitamin C (z.B. aus der Acerola-Kirsche) um einige Prozent wirksamer, wenn es noch im Verbund mit den natürlichen Flavonoiden vorliegt. Hierdurch wird die Aufnahme wohl etwas gesteigert. Überzeugende Studien gibt es hierzu allerdings meines Wissens nicht. Ist die Ascorbinsäure erst einmal in der Blutbahn - und auch synthetisches Vitamin C gelangt nachweislich dorthin - kann der Körper selbstverständlich nicht mehr erkennen, ob das Ascorbinsäuremolekül aus der Acerola oder der Retorte stammt. Die Frage nach natürlichem oder synthetischem Vitamin C ist für mich weniger eine medizinisch-wissenschaftliche als eine ideologische Frage. Wer die natürliche Herkunft favorisiert und dafür einen mehr als zehnmal so hohen Preis zu bezahlen bereit ist, soll guten Gewissens zum natürlichen Vitamin C greifen. Der Konsument von "Billig-Vitamin C" braucht deshalb kein schlechtes Gewissen zu haben - es wirkt (fast) genauso gut.

Tipp: Wenn Sie die
Ascorbinsäure nicht vertragen, so können Sie sich selbst einfach und preisgünstig ein neutralisiertes Vitamin C herstellen. Wenn Sie 100 g Vitamin C Pulver mit 48 g Natriumbikarbonat mischen, so erhalten Sie neutrales Natriumascorbat. Nehmen Sie dazu 50 g Natriumbikarbonat minus ½ Teelöffel. 1
Teelöffel dieser Mischung enthält etwa zwei bis drei Gramm Vitamin C. Achtung: In Wasser gelöst, schäumt dieses Natriumascorbat stark auf. Es schmeckt fade und nach nichts. Trinken Sie dieses Pulver daher am besten in Fruchtsaft. Wenn Sie mehr als 1 Teelöffel Natriumbikarbonat vor dem Mischen wegnehmen, neutralisieren Sie den größten Teil der
Ascorbinsäure, aber nicht alles. Die Lösung behält daher einen leicht sauren, zitronenartigen Geschmack. Die fertige Natriumascorbat-Pulver-Mischung sollten Sie unbedingt trocken lagern, am besten in einer verschließbaren Dose oder einem Glas.

Teile dieses Beitrages sind dem Kap. Nährstoffliste des "Handbuch Naturheilkunde" entnommen, welches neben vielen anderen wichtigen naturheilkundlichen Tipps auch die wichtigsten Infos über alle lebenswichtigen Nährstoffe (einschließlich Präparaten mit Preisangabe) enthält.

Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit  

 © Dr. Volker Schmiedel
Chefarzt der Inneren Abteilung
FA für Physikalische und Rehabilitative Medizin
Naturheilverfahren, Homöopathie
Dozent für Biologische Medizin (Univ. Mailand).

Animationen animierte Augen

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Auflösung der Quizfrage:

Richtig ist Antwort d) Zitrone! 
Rote Paprika enthält etwa 140 mg/100 g Ascorbinsäure, die Johannisbeere sogar 180 mg. 100 g Kiwi liegen mit 80 mg auch noch ganz gut, während die Zitrone abgeschlagen (zumindest von diesen vier Lebensmitteln) mit ca. 60 mg den letzten Platz belegt. Wer hätte das gedacht?

Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten stehe ich Ihnen im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in der naturkundlichen Privatambulanz.

Alle oben erwähnten Laboruntersuchungen können in der Inneren Abteilung der Habichtswaldklinik oder der Naturheilkundlichen Privatambulanz durchgeführt werden.

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