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Vitamin C ©  

(Ascorbinsäure)

Vitamin C - Eigenschaften

Vitamin C ist ein starkes Antioxidans (das wichtigste wasserlösliche Antioxidans) und schützt daher Zellbestandteile vor Oxidationsprozessen. Es schützt andere Vitamine (z.B. Vitamin E) vor Oxidation und hilft daher, diese einzusparen. Es hat eine Schlüsselstellung bei der Kollagensynthese und ist daher wichtig beim Aufbau und Erhalt von Haut, Bindegewebe, Knochen und Zähnen. Wundheilungsvorgänge werden daher von Vitamin C unterstützt. Es ist wichtig bei der Synthese von Steroiden und Noradrenalin. Es verbessert die Eisenaufnahme im Darm und fördert damit indirekt die Blutbildung. Es verhindert die Bildung von krebserzeugenden Nitrosaminen im Magen-Darm-Trakt. Es fördert bestimmte Stoffwechselaktivitäten (z.B. Bildung von körpereigenem Kortison). Es stärkt das Immunsystem gegenüber viralen und bakteriellen Infekten, indem die Produktion von Antikörpern und Interferon sowie die Funktion der Lymphozyten und Makrophagen gefördert werden. Es ist auch an der Biosynthese des Carnitins beteiligt. 

Vitamin C ist nur für Menschen, Primaten, Meerschweinchen sowie einige Vogel- und Fischarten ein essentieller Nährstoff. Alle anderen Tiere produzieren Vitamin C selbst – und zwar in einer Dosis im Grammbereich pro 75 kg Säugetiergewicht (bei Stress oder Krankheit wird die körpereigene Synthese von Vitamin C um ein Mehrfaches gesteigert)! Das unterstreicht die Bedeutung von Vitamin C als universeller, unersetzbarer Baustein. Dies widerlegt auch die gebetsmühlenartig wiederholten Äußerungen, Vitamin C-Dosierungen im Grammbereich seien unphysiologische, ggf. sogar gefährliche Mega-Dosen. Veterinärmedizinische Untersuchungen bestätigen vielmehr, dass Gramm-Dosen und eine Steigerung bei Krankheit in den Mehrgrammbereich physiologisch und natürlich sind.

Empfohlene Zufuhr Therapeutische Zufuhr
100 mg* 50-10.000 mg (und mehr**)

*Empfehlung der DGE, die absolute Mindestzufuhr zur Vermeidung des Skorbuts liegt wohl bei 10 mg. Prähistorische Menschen nahmen wohl ca. 500-1000 mg täglich zu sich, eine Dosis, die von vielen orthomolekularen Medizinern als sinnvoll angesehen wird. Einige Autoren empfehlen sogar tägliche Dosierungen im Grammbereich. 

**Im Einzelfall werden auch die 10 g noch deutlich überschritten. Die Grenze ist hierbei die Dosis, bei der dünne Stühle auftreten). Bei längerer Anwendung von "Mega-Dosen" im Gramm-Bereich sollte die Vit. C-Gabe nicht abrupt abgesetzt, sondern ausgeschlichen werden, damit es nach der langen hohen Versorgung und der Gewöhnung des Körpers daran zu keiner anschließenden Unterversorgung kommt.

Strukturformel der Ascorbinsäure  Strukturformel von Ascorbinsäure

Vitamin C - Symptome eines Mangels 

Bei Vitamin C-Mangel über längere Zeit kommt es zu einem Skorbut. Damit ist - außer bei extrem einseitiger Ernährung - in Industrienationen nicht mehr zu rechnen. Wichtiger sind jedoch Symptome einer suboptimalen Zufuhr von Vitamin C. Dazu werden gerechnet: 

„Latenter Skorbut“ mit allgemeiner Schwäche, Depression, Ruhelosigkeit, fahle Haut,
     Muskelschmerzen, Zahnausfall,
Diarrhoe, zuletzt Herz- und Nierenversagen

Erhöhte Infektanfälligkeit (in mehreren Studien konnte die Häufigkeit von Erkältungen und/oder
     Dauer und Intensität der Symptome mit Dosierungen von 500-1000 mg reduziert werden).

Krebserkrankungen (etwa ein Drittel aller hospitalisierten Patienten weisen Vitamin C-Spiegel wie
     bei Skorbut und entsprechende Symptome auf!)

Andere Erkrankungen, die auf oxidativen Stress zurückgeführt werden (z.B. Arteriosklerose,
     Katarakt). 

Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass diese "Mangelerscheinungen" durchaus noch kontrovers diskutiert werden. 

Vitamin C - Therapeutische Anwendung 

Vitamin C-Mangel (Skorbut)
Bei verzögerter Wundheilung nach Verletzungen oder Operationen (hohe Dosen mit mehreren
     Gramm täglich)
Infektabwehr: Alle bakteriellen und viralen Infekte. Wichtig: früh genug und hoch genug mit der
     Behandlung beginnen (bei Beginn 1 g alle 2 Stunden, später mind. 3x1 g tägl.)
Akute und chronische Vergiftungen: Bestimmte Giftstoffe (z.B. Schwermetalle, manche
     Pharmaka, Nikotin) werden unter Vitamin C-Gaben besser gebunden und ausgeschieden.
Krebsvorbeugung und -therapie: Krebsvorbeugung durch antioxidativen Zellschutz (tägl. Gaben
     im Grammbereich), dem
Magenkrebs kann durch eine Nitrosamin-Inhibierung vorgebeugt
     werden,
Krebstherapie mit extrem hohen Dosen (je nach Verträglichkeit im 10-Grammbereich
     und darüber hinaus, ggf. auch i.v.).
Bei Arthrose im Anfangsstadium wegen Förderung der Kollagenbildung positive Beeinflussung
     möglich
Alle Autoimmunkrankheiten (von Arthritis bis Zöliakie): Als Oxidationsschutz wegen des hohen
     Anfalls oxidativer Substanzen bei chron. entzündlichem Geschehen
Arteriosklerose, koronare Herzkrankheit: Vitamin C schützt die Gefäßwände vor dem Angriff
     oxidativer Substanzen, die Ablagerung von
Cholesterin an den Gefäßwänden soll behindert
     werden
Fettstoffwechselstörungen: In hoher Dosierung (Grammbereich) bewirkt Vitamin C
     möglicherweise eine leichte Senkung von
Cholesterin.
 Allergien: Vitamin C fördert den Abbau von Histamin, welches bei der Allergiereaktion
     entscheidende Bedeutung hat (bei beginnender akuter
Allergie hoch dosiert einnehmen, mind. 5 g
     Vitamin C oder besser noch Kalziumascorbat)
Raucher haben einen (auch offiziell anerkannten) Vitamin C-Bedarf, der ein Mehrfaches über den
     normalen Zufuhrempfehlungen liegt (aufgrund des erhöhten oxidativen Stresses).
Reisekrankheit: Versuchsweise 1-3 g tägl. (aufgrund der antihistamin-artigen Wirkung).
Erhöhter Bedarf durch Medikamente (z.B. „Pille“, Antibiotika), hoher Alkoholkonsum, Rauchen,
     körperliche Belastungen (z.B. Sport), Schwangerschaft. 

Vitamin C - Gegenanzeigen und Nebenwirkungen 

Nach der Einnahmen von Brausetabl. oder Pulver sollte der Mund gut ausgespült werden, da Vitamin C den Zahnschmelz angreifen kann. Eine Überdosierung von Vitamin C ist praktisch nicht möglich, da bei hoher oraler Zufuhr, die relative Resorption absinkt (ca. 90 % bei 100 mg, ca. 50 % bei 1 g , ca. 1 % bei 10 g tägl.). Bei hohen Dosen (etwa ab 5-10 g) können dünne Stühle auftreten, die Dosis sollte dann reduziert werden. Die oft geäußerte Gefahr der Bildung von Oxalatsteinen in der Niere durch erhöhte Oxalsäureausscheidung ist wohl nicht gegeben, da auch bei Gabe von 15 g täglich keine vermehrte Ausscheidung von Oxalsäure gemessen wurde.

Nach längerer Zufuhr hoher Dosen sollten diese nicht abrupt abgesetzt werden, da dann Mangelerscheinungen die Folge sein könnten. Vielmehr sollte die additive Vitamin C-Gabe langsam ausgeschlichen werden. 

Hohe Dosen von Vitamin C allein wirken pro-oxidativ (bes. in Anwesenheit von Eisen) und sollten daher nur im Verbund mit anderen Antioxidantien (z.B. Vitamin E) eingenommen werden.

Vitamin C - Vorkommen 

Obst, bes. Zitrusfrüchte, Johannisbeeren, Kiwi, Acerola, Sanddorn, Hagebutten, Gemüse, bes. Paprika, Broccoli, alle Kohlsorten, Kräuter, bes. Petersilie, Kartoffeln, Innereien. 

http://www.postiv.com/images/GreenCabbage.jpg  Kohl – viel reicher an Vitamin C als die meisten Früchte 

Alle Kohlsorten, bes. Grünkohl, sind reich an Vitamin C, wobei der Gehalt von Zitrusfrüchten teilweise überschritten wird (die Zitrone ist gar nicht so gehaltvoll wie oft angenommen). Den höchsten Gehalt haben Camu-Camu und die Acerolakirsche (mehr als 1 g/100 g). Von den heimischen Erzeugnissen ist Sanddorn am VitaminC-reichsten. Dann folgen Kohlarten, Paprika und Zitrusfrüchte (ca. 50-150 mg pro 100 g). Obst sollte mit Schale verzehrt werden, da das meiste Vitamin C direkt unter der Schale ist. Cave: Vitamin C ist gegenüber Sauerstoff und Hitze labil. Frisches Obst und Gemüse hat daher den höchsten Gehalt, der bei Lagerung rasch abnimmt. Langes Kochen zerstört das Vitamin C in Obst und Gemüse. 

Wegen seiner antioxidativen Wirkung wird Vitamin C bzw. dessen Salze als Konservierungsmittel in der Lebensmittelindustrie eingesetzt (E 300, E 301, E 302, E 304 a, b).

Vitamin C - Handelspräparate

Vitamin C Dosis/Einheit in mg
Ascorbinsäure (lose, Apotheke)  1 gehäufter TL = ca. 4 g
Ascorvit® 200/500 Tabl 200/500
Cetebe® Kps. 500
Pascorbin® 750 mg/7,5 g 750/7500 
Vagi-C® Vaginal-Tabl. 250
Vitamin C 1000 Filmtabl.  1000
Vitamin C 1000 Inj.Lsg.  1000
Vitamin C 100-Pascoe® Tabl. 100
Vitamin C 300 retard Tabl.  300
Vitamin C 500 Filmtabl. 500
Vitamin C 500 Inj.Lsg.  500
Vitamin C-Injektops® 300 mg 300
Vitamin C-mp 100/200/500 Tabl. 100/200/500
Vitamin C-Rotexmedica Amp. 500

Daneben gibt es noch viele Multivitaminpräparate mit Vitamin C und einige mit ASS.

Vitamin C - Labordiagnostik 

Vitamin C (Serum, gefroren, lichtgeschützt, Spezialröhrchen) 5-15 mg/l   38,20 € (GOÄ) 

Vitamin C - Bewertung aus klinischer Sicht 

Die Diskussion zwischen Vitamin C-Befürwortern und –gegnern scheint mehr religiöse als wissenschaftliche Züge zu haben. Unter Berücksichtigung der – insbesondere veterinärmedizinischen – wissenschaftlichen Erkenntnisse und der relativen Nebenwirkungsarmut spricht bei oben genannten Indikationen doch mehr für als gegen den großzügigen Einsatz von Vitamin C.

Cave:
- Bei lang dauernder Anwendung von Dosen im Grammbereich immer in Kombination mit anderen
  Antioxidantien.
- Bei Beschwerden mit der Ascorbin“säure“ (z.B. Magenbeschwerden) ist die Einnahme von
  Natrium- oder Kalziumascorbat zu empfehlen.
- Geheimtipp: 100 g Ascorbinsäure werden durch 48 g Natriumhydrogencarbonat neutralisiert. Die
  Mischung von 100 g Vitamin C-Pulver mit 50 g Natron ergibt also eine leicht basenüberschüssige
  Mischung. Will man noch einen leicht angenehm sauren Geschmack erhalten, so nimmt man 1 TL
  Natron weniger. Die Mischung sollte trocken gelagert werden. 1 TL der Mischung enthält etwa 2-3 g
  Vitamin C. Beim Lösen in Wasser oder (besser) Fruchtsaft schäumt es stark auf.

Viel Erfolg und noch mehr Gesundheit wünscht Ihnen

 © Dr. Volker Schmiedel
Chefarzt der Inneren Abteilung
FA für Physikalische und Rehabilitative Medizin
Naturheilverfahren, Homöopathie
Dozent für Biologische Medizin (Univ. Mailand).

Animationen animierte Augen

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