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HABICHTSWALDKLINIK
Klinik für
Ganzheitsmedizin und Naturheilkunde
Abteilung Innere Medizin und Naturheilkundliche Ambulanz
34131 Kassel - Bad Wilhelmshöhe
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Vitamin A ©
Eigenschaften von
Vitamin A
Vitamin
A kommt in tierischen, β-Karotin (sprich:
Beta-Karotin)
in pflanzlichen Lebensmitteln vor.
β-Karotin ist eine Vorstufe des Vitamin A und kann im Körper in dieses
umgewandelt werden. Bei ausreichendem Vitamin A-Bestand wird β-Karotin nicht
umgewandelt, sondern verbleibt als Antioxidans im Körper bzw. wird über die
Niere ausgeschieden. Vitamin A kann bei Überdosierung zu
Vergiftungserscheinungen führen. Daher sind hoch dosierte Vitamin A-Präparate
rezeptpflichtig. β-Karotin ist auch in hohen Dosen nicht giftig (kann aber in
hohen Dosen zu einer Gelbfärbung des Urins und in sehr hohen Dosen zu einer
unangenehmen Gelbfärbung der Haut führen).

Abb. : Strukturformeln von
Vitamin A (Retinol) und β-Karotin
Als
Bestandteil des Sehpigments ist Vitamin A Voraussetzung für gutes Sehen
besonders beim Nacht- und Dämmerungssehen. Ein Mangel macht sich zuerst beim
Nachtsehen bemerkbar. Aber auch andere Sinnesfunktionen wie Hören, Riechen und
Schmecken sind von Vitamin A abhängig. Außerdem ist Vitamin A für die Funktion
der Haut und Schleimhäute mitverantwortlich. Für die embryonale Entwicklung
sowie die Entstehung der Keimzellen ist es unentbehrlich. Auch ein gut
funktionierendes
Immunsystem
ist auf eine ausreichende Versorgung angewiesen. Auch die Testosteron- und
Östrogenbildung wird von Vitamin A unterstützt. Die Entstehung von
Tumoren
(Tumorinduktion)
und das Wachstum maligner Zellen werden durch Retinsäure gehemmt. β-Karotin
wirkt über seine Eigenschaft als Radikalfänger protektiv bei
Krebserkrankungen
(bes. bei
Oesophagus- und Mundkrebs). Vitamin A ist bedeutsam bei der
Verstoffwechselung von Eiweiß.
Eiweißreiche Ernährung, Schwangerschaft,
Stress
und Krankheiten können zu einem erhöhten Bedarf führen. In letzter Zeit werden
die antioxidativen Eigenschaften von β-Karotin stark diskutiert. Sie schützen
den Körper und seine Strukturen vor einer Schädigung durch
Oxidation.
Vitamin A
(Retinol) und β-Karotin (Provitamin A)
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Empfohlene Zufuhr |
Therapeutische
Zufuhr |
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Vitamin A: 4-5000 I.E.* |
10-50.000 I.E** |
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oder |
oder |
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β-Karotin: 3 mg* |
5-50 mg |
*
Umrechnung: 1.000 I.E. Vitamin
A = 0,6 mg
β-Karotin,
1 mg β-Karotin
= 1667 I.E. Vitamin
A,
1 mg Vitamin A = 3.300 I.E., 1.000 I.E. = 0,3 mg Vitamin A
**
Schwangere max. 10.000 I.E.
Symptome eines Vitamin A -
Mangels
Vitamin
A-Mangel ist vermutlich die weltweit häufigste
Vitaminmangelkrankheit, wobei allerdings
überwiegend die Bevölkerung (vor allem Kinder) in der dritten Welt betroffen
ist. Bei uns sind Patienten mit Fettmalabsorption oder mit regelmäßigem
Laxantienkonsum betroffen. Bei einer sehr
proteinreichen Kost (bei uns eher die Regel) besteht ein erhöhter
Bedarf. Auch bei schweren Erkrankungen wie AIDS,
Krebs
oder
Rheuma
wird mehr benötigt. Bei einem Mangel kommt es zu:
S
Wachstumsstörungen
S
Sehstörungen (zunächst beim Dämmerungssehen, später bis hin zur Blindheit)
S
Störungen der Sinnesempfindung (Hören, Riechen, Schmecken)
S
Erhöhte
Infektanfälligkeit durch ein geschwächtes
Immunsystem
(die hohe Mortalität an Masern
kann in der dritten Welt durch Vitamin A -Gaben drastisch reduziert
werden)
S
Hautstörungen (Trockenheit von Haut und Schleimhäuten, akneforme
Hautveränderungen)
S
Erhöhtes Risiko für bestimmte
Tumoren
(bes. Mamma-,
Uterus-,
Colon-,
Lungen- und
Prostatakarzinom
S
Erhöhtes Risiko für Katarakt
S
Erhöhtes Risiko für gröβere neurologische Schäden bei
Apoplex
S
Ein erhöhtes Risiko für
koronare Herzkrankheit wird diskutiert.
Symptome einer Vitamin A -
Überdosierung
Vitamin
A (nicht jedoch β-Karotin) kann es bei einer hohen Zufuhr (über 50.000 I.E. über
längere Zeit) zu toxischen Schäden kommen:
S
Appetitverlust
S
Kopfschmerzen
S
Haarausfall
S
Schuppige, trockene Haut
S
Knochen-, Gelenk-,
Muskelschmerzen
S
Erhöhung des teratogenen Risikos (kindliche Missbildungen in der
Schwangerschaft, daher sollten
Schwangere nicht mehr als 10.000 I.E. täglich zuführen).
Die
Zufuhr von hohen Dosen β-Karotin hat in einer Studie zu einer erhöhten Rate von
Lungenkrebs
geführt. Daher sollten Raucher keine entsprechenden Präparate einnehmen.
Vitamin A - Anwendung
4Krebsvorbeugung
4Krebstherapie
4Akne
(hohe Dosen Vitamin A erforderlich, nur unter ärztlicher Überwachung)
4Bestimmte
Hautkrankheiten (z.B. Ichthyosis, Keratosis follicularis)
4Als
Schutz der Haut und der Schleimhäute (z.B. bei Erkrankungen des
Magen-Darm-Traktes, der
Bronchien, bei Verbrennungen, bei
Allergien)
4Porphyrie
(seltene vererbte Krankheit mit hoher Lichtempfindlichkeit, 50-150 mg β-Karotin)
4Sonnenallergie
und andere Störungen mit erhöhter Lichtempfindlichkeit (z.B. Einnahme von
Medikamenten, die die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen),
25-50 mg β-Karotin,
ACHTUNG: β-Karotin ersetzt
nicht das Auftragen von Sonnenschutzmitteln und schützt auch
nicht vor Sonnenbrand!
4Vorbeugung
von
arteriosklerotischen Veränderungen der Gefäße wegen des
antioxidativen
Effektes (z.B.
koronare Herzkrankheit,
Schlaganfall,
Durchblutungsstörungen der Beine)15-25 mg
4Stärkung
des
Immunsystems
4Störungen
des Dämmerungs- und Nachtssehens
Vitamin A - Gegenanzeigen
und Nebenwirkungen
ACHTUNG: In der Schwangerschaft max. 10.000
I.E. Vitamin A tägl. wegen der Missbildungsgefahr bei hohen Dosen! Frauen im
gebärfähigen Alter sollten bei Dosen über 25.000 I.E. eine sichere Verhütung
betreiben. Dosierungen deutlich über 10.000 I.E. über längere Zeit sollten nur
nach ärztlicher Rücksprache erfolgen, da Überdosierungen bei Vitamin A - im
Gegensatz zu β-Karotin - möglich sind. Bei diesen Dosen wurde auch erhöhtes
Osteoporoserisiko
gefunden.
Vitamin A -
Vorkommen
Karotten gaben dem β-Karotin den Namen
Fisch,
Eier, Milchprodukte, bes. Butter, Leber (Vitamin A); gelb-rote Früchte und
Gemüse, bes. Karotten, Paprika, Grünkohl, Brokkoli, Tomaten, Hagebutten,
Orangen, Pfirsiche (β-Karotin). Zahlreiche Lebensmittel enthalten auch β-Karotin
als Lebensmittelzusatzstoff (Antioxidans plus Farbstoff).
Cave:
r
Leber sollte wegen der Schwermetallbelastung und der Gefahr der Überdosierung
nicht von Schwangeren verzehrt werden!
r
Vegetarier haben meist keine Probleme, genügend β-Karotin zuzuführen. Sie
benötigen aber ausreichend Zink, da dieses für den Vitamin A-Stoffwechsel (u.a.
Umwandlung von β-Karotin in Vitamin A) wichtig ist.
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Handelspräparate |
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Vitamin A |
Dosis/Einheit
in I.E. |
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Vitadral®
Tr. |
1 ml =
54.900 IE Rp. |
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Vitamin A 30.000 IE Jenapharm®
Kps. |
30.000 IE
Rp. |
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Vitamin-A-saar®
Kps. |
10.000 IE |
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Beta-Karotin |
Dosis/Einheit in mg |
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Cantinora®
Kps |
25 |
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Carotaben®
Kps. |
25 |
Vitamin A -
Labordiagnostik
Vitamin A
(Serum)
200-1500 μg/l
0,7 - 3,5 µmol/l 24,13 € (GOÄ)
β-Karotin
(Serum) 150-1250
μg/l
24,13 € (GOÄ)
Eine
Bestimmung als
Screening ist nicht erforderlich, da bei nicht
einseitiger
Ernährung
und bei Ausschluss einer Fettmalabsorption ein Mangel sehr unwahrscheinlich ist.
Bei gravierendem Verdacht (siehe Symptome eines Mangels) kann eine
Bestimmung indiziert sein.
Vitamin A -
Bewertung aus praktischer Sicht
Die
Verordnung von Vitamin A sollte Spezialindikationen und darin erfahrenen Ärzten
vorbehalten bleiben. β-Karotin kann wegen der Nebenwirkungsarmut großzügiger
gegeben werden, wobei hohe Dosen durchaus mit einer hohen Zufuhr
β-karotinhaltiger Lebensmittel erreicht werden kann (jeder Säugling, der
reichlich Karottensaft trinkt, bekommt eine β-Karotinüberdosierung – erkennbar
an der Gelbfärbung der Haut -, die übrigens ungefährlich und vollständig
reversibel ist). Bei Nahrungsergänzungen sollte β-Karotin gegenüber Vitamin A
bevorzugt werden, da hier keine Gefahr durch Überdosierung besteht.
|
Cave
Viele antioxidativ wirksame
Kombinationspräparate enthalten β-Karotin. Raucher sollten nicht
glauben, mit solchen Präparaten durch das Rauchen erzeugte oxidative
Schäden kompensieren zu können. Vielmehr sollten Sie ihren
Nikotinmissbrauch einstellen, um sich und ihre Gesundheit zu
schützen. β-Karotinhaltige Nahrungsergänzungen sind daher bei
Rauchern kontraindiziert!
Ein erhöhtes Risiko durch Karotinoide
in der Nahrung konnte bisher nicht nachgewiesen werden. |
Nebenbei:
Die ATBC-Studie, die ein erhöhtes
Lungenkrebsrisiko in der β-Karotingruppe ergab,
wird gern als Argument gegen die
Orthomolekulare Medizin genutzt. Hierzu muss
erwidert werden, dass das erhöhte Risiko erst bei Rauchern eintrat, die
weiterhin mehr als 20 Zigaretten rauchten. Des Weiteren wurde ja nur eines von
mehreren hundert natürlich vorkommenden Karotinen, nämlich das β-Karotin,
verwendet. Möglicherweise ergänzen sich verschiedene Karotinoide günstig. Die
Studie, deren Interpretation nicht einfach und von unterschiedlichen
Interessengruppen recht unterschiedlich gehandhabt wird, zeigt aber, wie komplex
die gesamte Thematik ist. Wir greifen mit
Nahrungsergänzungen
in komplexe Regelkreise ein, die wir zur Gänze noch gar nicht verstanden haben.
Sämtliche Wirkungen (und Nebenwirkungen) sind daher prinzipiell nicht
vorhersagbar, noch schwieriger wird es mit Wechselwirkungen mit anderen
Substanzen (wie z.B. Nikotin, kanzerogene Stoffe oder auch
Medikamente).
Es zeigt auch, dass Vitamine nicht ohne weiteres aus ihrem Kontext eines
natürlichen Lebensmittels herausgenommen und als hoch dosierte Zubereitung wie
ein pharmakologisches Medikament zu betrachten sind. Näheres hierzu siehe auch
meine Internetseite
Beta-Carotin.
Viel
Erfolg und noch mehr Gesundheit wünscht Ihnen
©
Dr. Volker
Schmiedel
Chefarzt der Inneren
Abteilung
FA für Physikalische und Rehabilitative Medizin
Naturheilverfahren, Homöopathie
Dozent für Biologische Medizin
(Univ. Mailand).

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Weitere Medizinische Informationen und Links für Patienten und Interessierte
- von Abnehmen bis Zöliakie -
finden Sie hier. |
Zur
Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw.
Therapiemöglichkeiten stehe ich Ihnen im persönlichen Gespräch gerne zur
Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in der
naturkundlichen Privatambulanz.
Alle
notwendigen Laboruntersuchungen können in der Inneren Abteilung der
Habichtswaldklinik oder der Naturheilkundlichen Privatambulanz durchgeführt
werden.
Informationen über das Therapieangebot der Inneren Abteilung:
http://www.habichtswaldklinik.de/Die_Abteilung_Innere_Medizin.html
Informationen über ambulante
Diagnostik und Therapie:
http://www.habichtswaldklinik.de/Naturheilk_Ambulanz.html
Hier finden Sie weitere
Gesundheitstipps:
http://www.gesundheitstipps.wicker-kliniken.de/
Die aktuellen und archivierten
Naturheilkundlichen Newsletter finden Sie hier:
http://www.habichtswaldklinik.de/Naturlheilkundlicher_Newsletter.html
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Aktualisiert: August
2010
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Unsere Klinik ist von allen
gesetzlichen Krankenversicherungen in Deutschland nach § 111 als
Rehabilitationsklinik anerkannt. Wir sind außerdem von allen privaten
Krankenkassen als gemischte Anstalt anerkannt. Die Kostenübernahme muss aber
zuvor bei dem jeweiligen Kostenträger beantragt werden. Bei Rückfragen bezügl.
der Kostenübernahme können Sie sich gerne an unseren Verwaltungsleiter, Herrn
Schenk, wenden (Servicetel.: 0800 / 8 90 11 00, Tel.: 0561-3108-621,
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