Tumormarker
Sinn und Unsinn der Bestimmung von
Es wurden mittlerweile dutzende so genannte Tumormarker entdeckt. Dabei handelt es sich um Eiweiße oder Eiweißbestandteile, die sich bei bestimmten Tumoren im Blut oder anderen Körperflüssigkeiten in erhöhter Konzentration nachweisen lassen. Das klingt doch toll: Wenn bestimmte Biomarker bei ganz bestimmten Tumoren erhöht sind, dann kann ich diese gezielt zum Aufdecken dieser Tumoren verwenden und in einem Stadium entdecken, bei dem eine lebensrettende Therapie noch gut möglich ist. Auswahl einiger wichtiger Tumormarker:
Leider ist diese krebsfrüherkennende Diagnostik nur ein frommer Wunsch! Jedes
Diagnostikverfahren weist leider falsch positive und falsch negative Befunde
auf. Bei einem falsch positiven Befund ist der Tumormarker positiv, obwohl gar
kein
Tumor
vorliegt. Bei einem falsch negativen Befund ist der Befund negativ,
obwohl ein
Warum wird das Screening der Tumormarker abgelehnt?
Warum lehnen die Fachgesellschaften das Tumormarker
screening ab – man könnte
doch viele Tumoren rechtzeitig entdecken und die Menschen dann retten? Die
Wahrscheinlichkeit ist leider verschwindend gering, einen
Bei einem ungezielten Screening wären viele gesunde Menschen betroffen, bei denen der Tumormarker aufgrund einer anderen Erkrankung (siehe Tabelle) positiv ist. Da aber durch den positiven Tumormarker ein Krebsverdacht entstanden ist, muss dieser abgeklärt werden. Dies zieht weitere aufwändige, teure und den Patienten körperlich (z. B. Strahlenbelastung) und vor allem seelisch (z. B. Angst vor Krebs bis zur Entwarnung) belastende Untersuchungen nach sich.
Wenn Ihnen also ein Arzt oder Heilpraktiker (auch diese dürfen entsprechende
Untersuchungen veranlassen) ein Screening von Tumormarkern vorschlägt, dann
laufen Sie fort, so schnell sie können. Dieser Arzt hat im besten Fall keine
Ahnung von dem, was er anrichtet, im schlimmsten Fall will er sie abzocken!
Leider sehe ich immer wieder solche Fälle (siehe auch Newsletter
Mai 2009 Haben Tumormarker einen Nutzen?
Wenn die Tumormarker mehr Schaden als Nutzen stiften, warum werden sie dann von
Laboren angeboten und von Onkologen in der Diagnostik verwendet? Nun, wenn ein
bestimmter
PSA – noch am ehesten als Screening geeignet Für die Früherkennung des Prostatakarzinoms gibt es das ProstataSpezifischeAntigen. Dieser durchaus auch umstrittene Tumormarker ist noch am ehesten zum Screening geeignet. Im eigentlichen Sinn handelt es sich nicht um einen Tumor-, sondern einen Gewebemarker. Die Prostata bildet PSA, welches dem Ejakulat beigemengt wird, um es flüssig zu halten. Es ist bei Prostatakrebs erhöht, aber auch bei anderen Prostataerkrankungen wie einer Prostataentzündung oder einer gutartigen Prostatavergrößerung wie sie im Alter eher die Regel denn die Ausnahme darstellt.
Im Alter steigt auch die Anzahl der
Einige Argumente zur durchaus sehr kontrovers geführten PSA-Diskussion: ♂ Es konnte bisher nicht sicher nachgewiesen werden, dass die Lebenserwartung durch den Test gesteigert werden kann.
Die Prostata liegt unterhalb der Harnblase und kann bei einer gutartigen
Prostatavergrößerung oder bei
Tumormarker - Individuelle Entscheidung gefragt Jeder Mann muss also für sich selbst entscheiden – unter Kenntnis und Bewertung der oben geschilderten Fakten –, ob er einen PSA-Test durchführen lassen möchte. Das Risiko des Testes besteht im Aufdecken eines langsam wachsenden und harmlosen Karzinoms, welches dann eigentlich unnötig behandelt wird. Das Risiko der Nicht-Testung besteht im Nicht-Erkennen eines aggressiven Karzinoms im Frühstadium, welches einer Behandlung noch zugänglich gewesen wäre. Hier noch einige Daten zur Aussagefähigkeit des PSA-Testes, die eigentlich jeder zu testende Mann kennen müsste, bevor er sich zum oder gegen den Test entscheidet:
Viel wichtiger als medizinische oder naturwissenschaftliche „Argumente“ scheinen
aber Glaube und Hoffnung zu sein. Der Mensch ist weit weniger rational, als wir
denken. Und auch die Wissenschaft und die Medizin sind nur so rational wie die
Menschen, die sie anwenden. Wenn also jemand ein sehr großes Bedürfnis nach
Sicherheit hat, kann die Bestimmung des PSA indiziert sein, wenn sich der Mann
über die „Risiken“ der Bestimmung wie weitere Diagnostik und ggf. auch Therapie
bewusst ist. Hat jemand mehr Angst davor als vor der Erkrankung selbst, dann
sollte er unter Umständen diese Untersuchung ablehnen – besonders dann, wenn er
aufgrund seiner Lebensweise (z. B. kein
Sie sehen also: Es ist nicht nur, aber gerade bei Tumormarkern gar nicht so einfach wie man denkt. Wenden Sie sich bei offen stehenden Fragen stets an einen Arzt Ihres Vertrauens, bleiben Sie aber kritisch (nicht überkritisch oder misstrauisch – das ist auch schädlich) und lassen Sie sich alle vorgeschlagenen diagnostischen und therapeutischen Verfahren so gut erklären, dass Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt eine adäquate Entscheidung treffen können.
Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten stehe ich Ihnen im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in der naturkundlichen Privatambulanz. Alle notwendigen Laboruntersuchungen können in der Inneren Abteilung der Habichtswaldklinik oder der Naturheilkundlichen Privatambulanz durchgeführt werden.
Informationen über das Therapieangebot der Inneren Abteilung:
Die
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