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Sodbrennen ©

- wenn der Oberbauch „in Flammen steht“- 


10 bewährte Tipps bei
Sodbrennen 

Sodbrennen ist ein Symptom. Es beschreibt eine brennende, schmerzhafte Empfindung in der oberen Magengegend oder hinter dem Brustbein, welches häufig nach dem Essen auftritt. Sodbrennen wird durch den Rückfluss von Magensäure in den Oesophagus (Speiseröhre) ausgelöst. Hier erfahren Sie, wie Sodbrennen entsteht, welche Bedeutung es für Ihre Gesundheit hat und was Sie selbst dagegen tun können. 

Sodbrennen - Kennen Sie eigentlich schon GERD? 

GERD ist die wissenschaftlich korrekte Bezeichnung der Krankheit, die Sodbrennen verursacht. GERD ist die Abkürzung für Gasto Esophageal Reflux Disease oder auf Deutsch: Gastrooesophageale Refluxkrankheit. Normalerweise transportiert der Muskel der Speiseröhre die Nahrung durch eine Öffnung im Zwerchfell in den Magen. Die Speiseröhrenmuskulatur und das Zwerchfell bilden dann einen Schließmuskel, der das Hochschwappen des Mageninhaltes in die Speiseröhre verhindert. Wenn es doch zu einem solchen Rückfluss (=Reflux) in die Speiseröhre kommt, so wird die Schleimhaut der Speiseröhre, die im Gegensatz zu der des Magens gegenüber Säure empfindlich ist, von der Magensäure gereizt, was die typischen Beschwerden des Sodbrennens verursacht.  

Sodbrennen setzt also zwei Bedingungen voraus: Der Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen funktioniert nicht mehr richtig und der Magensaft muss sehr sauer sein. Je schwächer der Schließmuskel und je niedriger der pH-Wert des Magensaftes (also je saurer), desto mehr Sodbrennen! 

Quelle: http://www.toppharm.ch/image/803/sodbrennen.jpg

Sodbrennen – wenn der Oberbauch „in Flammen steht“ 

Achtung: Nicht jedes Sodbrennen ist ein Sodbrennen! 

Hinter einem vermeintlichen Sodbrennen kann sich aber auch einmal eine koronare Herzkrankheit verstecken! Das „Brennen hinter dem Brustbein“ bei einem Sauerstoffmangel des Herzmuskels durch Verengungen der Koronargefäße kann sich mitunter genau wie ein Sodbrennen anfühlen. Im Zweifel sollten ein Belastungs-EKG und ggf. weiterführende kardiologische Diagnostik erfolgen – besonders wenn das Sodbrennen vermehrt bei oder nach körperlicher Belastung auftritt. 

Warum ist das Sodbrennen eigentlich so schlimm? 

Sodbrennen ist mehr als nur ein subjektiv unangenehmes Symptom. Der Kontakt der Schleimhaut der Speiseröhre mit der ungewohnten Säure kann langfristig zu einer Entzündung führen (Refluxösophagitis). Wenn diese schwer genug ist, kann es zu einer Striktur (Verengung durch Narbengewebe) der Speiseröhre kommen. Schlimmer noch: Bei einer lange andauernden Entzündung der Speiseröhre ist die Gefahr eines Speiseröhrenkarzinoms erhöht. Vereinfacht gilt die 10 %-Regel: 10 % aller Menschen mit GERD entwickeln eine Refluxösophagitis. Bei 10 % derjenigen mit einer Refluxösophagitis kommt es zu einer Metaplasie der Schleimhaut (Vorstufe von Krebs).
10 % der Patienten mit einer Metaplasie entwickeln ein Karzinom

Man hat außerdem festgestellt, dass viele Menschen, die über Asthma, chronische Bronchitis oder eine Laryngitis (Entzündung des Schlunds) klagen, in Wirklichkeit einen Magensäurereflux haben. Die Säure fließt nachts nach oben und verätzt den Schlund oder kann sogar in die Lunge gelangen. Nicht jeder mit diesen Beschwerden muss einen Reflux haben, aber man sollte zumindest daran denken – besonders wenn die Beschwerden am frühen Morgen auffällig stark sind und im Laufe des Tages langsam nachlassen. 


Quelle: http://www.ih-mz.de/images/gastroskopie.jpg 

Der berühmte „Schlauch“ zum Schlucken schafft Klarheit über Entzündungen in Speiseröhre und Magen

Vor die Therapie haben die Götter die Diagnose gestellt! 

Wenn der Verdacht auf einen GERD als Ursache des Sodbrennen s besteht, dann sollte dieser Verdacht mit einer Oesophago-Gastroskopie abgeklärt werden. Dabei wird mit einem Schlauch mit Optik die Schleimhaut der Speiseröhre und des Magens begutachtet und auf Entzündungszeichen untersucht. Ggf. können auch Biopsien (Probeentnahmen) der Magenschleimhaut erfolgen, um die Besiedelung mit einem Helicobacter pylori (siehe auch meinen Beitrag: www.magen-geschwuer.de) nachzuweisen. 

Wird ein GERD nachgewiesen, dann sollte dieser auch behandelt werden. Die Behandlung eines Sodbrennen s ist dabei also weit mehr als nur die Beseitigung eines lästigen Symptoms. 

Die konventionelle Medizin kennt zwei Möglichkeiten der Behandlung: 1. Eine „Raffungsoperation“ (Fundoplikatio), wenn die Beschwerden sehr stark sind und medikamentöse Maßnahmen nicht helfen. 2. Die Verminderung der Magensäure, wobei Protonenpumpeninhibitoren heute das Mittel der Wahl sind, bei Unverträglichkeit kommen auch H2-Blocker oder Antacida in Frage. 

Sodbrennen - Naturheilkundliche Alternativen 

Einige Lebensstiländerungen bzw. Ernährungshinweise haben sich heute evidenzbasiert als sinnvolle Behandlungsoptionen erwiesen. Hier sind Ordnungstherapie bzw. Ernährung (siehe auch www.1-ernaehrung.de) kongruent mit den Empfehlungen der Schulmedizin. 

1.  Gewichtsreduktion: Dies ist unumstritten die Maßnahme Nummer 1 bei Sodbrennen, wenn ein Übergewicht besteht! Wissenschaftlich konnte ganz eindeutig nachgewiesen werden: Bei einer Gewichtsreduktion lassen die Beschwerden deutlich nach. Das ist ja auch verständlich. Je größer der „Rettungsring“ um den Bauch ist, desto leichter kann Mageninhalt nach oben gedrückt werden (siehe auch:10 Goldene Regeln bei Übergewicht, www.1-uebergewicht.de ).

2.  Schlafen mit erhöhtem Oberkörper: Wenn Sie stehen, müsste die Magensäure sich gegen die Schwerkraft nach oben bewegen. Das ist nur sehr selten der Fall (z.B. bei stark überfülltem Magen oder nach Genuss kohlensäurehaltiger Getränke). Was passiert aber, wenn Sie liegen? Dann hat es die Magensäure sehr viel leicht, in der Speiseröhre nach oben zu fließen. Eine ganz einfache Maßnahme lautet daher: Stellen Sie den Lattenrost Ihres Bettes so ein, dass der Oberkörper leicht aufrecht liegt – ein Winkel von 10-15° kann schon wahre Wunder bewirken. Wichtig dabei ist, dass Sie nicht nur das Kopfteil anheben, sondern der ganze Lattenrost oder aber zumindest die obere Körperhälfte sollten erhöht werden. Wenn Sie einen solchen verstellbaren Lattenrost nicht haben, dann stellen Sie doch einfach Backsteine unter die Bettpfosten am Kopfende.

3.  Kleine Mahlzeiten, besonders abends: Je voller der Magen, desto leichter kann er „überlaufen“. GERD hat es also lieber, wenn Sie fünf kleine als drei große Mahlzeiten verzehren. Ganz wichtig: Sorgen Sie abends für kleine und leicht verdauliche Mahlzeiten (keine schweren, sehr eiweiß- oder fetthaltigen Gerichte), damit in der Nacht, wenn durch das Liegen die Gefahr des Rückflusses ohnehin erhöht ist, das „Fass nicht überläuft“.

4.  Scharf gewürzte Speisen meiden: Scharfe Gewürze (z.B. Chili, Pepperoni) gewinnen in unser Ernährung eine immer größere Bedeutung. Normalerweise bereiten diese auch keine großen Probleme. All diese scharfen Gewürze sind aber „Säurelocker“. Der Magen produziert mehr Salzsäure – und genau das ist bei GERD ja nicht erwünscht.

5.  Fettreiche Mahlzeiten meiden: Je fetter eine Mahlzeit ist, desto länger liegt sie im Magen (teilweise vier Stunden und länger). Sie kennen das, wenn Sie abends noch nach der mittäglichen Weihnachtsgans aufstoßen. Je länger der Magen aber gefüllt ist, desto länger besteht auch die Gefahr des Hochschwappens der Magensäure (siehe auch Punkt 3). 

Säurelocker – beliebt aber ungesund
Quelle: http://www.g-netz.de/Gesundheit_aktuell/__kaske/gfx/sodbrennen.jpg

6.  Kohlensäure meiden: Nach einem Glas Sekt, einem Bier oder nach Genuss von Sprudel müssen wir häufig aufstoßen, um das im Magen freigesetzte Kohlendioxid aus der Kohlensäure dieser Getränke wieder loszuwerden. Beim Gesunden klappt dies auch gut – der Schließmuskel am unteren Ende der Speiseröhre wirkt dann quasi wie ein Ventil und entlässt das Gas und nichts weiter. Bei Menschen, die einen GERD ihren ständigen Begleiter nennen, kann der durch das Gas erhöhte Druck jedoch zu einer Zunahme des Refluxes führen. Trinken Sie daher lieber Wein statt Bier oder Sekt und bevorzugen Sie stilles Mineralwasser!

7.  Alkohol: Aber auch beim Wein – wie auch bei allen anderen Alkoholika - müssen Sie aufpassen. Alkohol wirkt ja meistens entspannend, leider auch auf die Muskulatur der Speiseröhre. Die Verschlussfunktion des Schließmuskels wird daher beeinträchtigt, ein Reflux wird leichter ermöglicht. Erschwerend hinzu kommt noch die Säure lockende Wirkung praktisch aller Alkoholika. Von GERD geplagte Menschen müssen also beim Alkohol sehr, sehr vorsichtig sein – und besonders abends, denn der nächtliche Reflux wird dann vermehrt auftreten.

8.  Kaffee: Auch die Kaffeetanten bekommen ihr Fett weg. Für Kaffee gilt dasselbe wie für den Alkohol in Bezug auf den Schließmuskel und die Säureproduktion des Magens. Beide entscheidende Faktoren der Refluxkrankheit werden durch Kaffee und durch Alkohol verstärkt. Wer seinem GERD also etwas besonders Gutes tun will, der möge einen Irish Coffee trinken – dann steigt die Säure ziemlich sicher hoch.

9.  Weitere ungünstige Nahrungsmittel: Hier möchte ich der Vollständigkeit halber einige Lebensmittel anführen, die nachgewiesenermaßen einen Reflux ebenfalls verstärken können und die daher weitgehend zu meiden sind: Hefe, Zitrusfrüchte und -getränke, Tomatensaft, Zwiebel – und leider auch die beliebte Schokolade.

10. Übersäuerung: Während die neun oben aufgeführten Punkte Bestandteil der schulmedizinischen Leitlinien in der Behandlung der Refluxkrankheit sind (welcher Arzt hat allerdings so viel Zeit, um das seinen Patienten ausführlich zu erklären?), ist der zehnte Punkt in der konventionellen Medizin umstritten, in der komplementären Medizin jedoch ein wesentlicher Aspekt in der Behandlung vieler Erkrankungen, besonders nahe liegend aber beim GERD. Während die Schulmedizin den Begriff der Übersäuerung (Azidose) nicht kennt (außer in bestimmten Notfallsituationen), behaupten naturheilkundlich tätige Therapeuten, dass zumindest eine latente Übersäuerung durch Lebensweise, Ernährung und Genussmittel weit verbreitet ist. Wenn im Organismus aber tatsächlich zu viel Säure vorhanden ist, dann versucht dieser natürlich, sich der überschüssigen Säure zu entledigen. Die Säureproduktion im Magen wird daher quasi als physiologischer Ausleitungsmechanismus für die Übersäuerung angesehen. Im Umkehrschluss bedeutet dies: Wenn es uns gelingt, den Körper zu „entsäuern“, also gar nicht so viel Säure entstehen zu lassen bzw. die entstandene Säure besser zu neutralisieren oder über Niere und Lunge besser auszuscheiden, dann muss der Körper vielleicht nicht so viel Salzsäure im Magen produzieren. Folge: Die Refluxsymptomatik ließe nach. 

Wie kann ich eine latente Übersäuerung erkennen?

Es gibt einige sehr subtile, aber auch sehr aufwändige Säure-Basen-Tests wie den Titrationstest nach Sander oder den Säure-Basen-Test nach Jürgensen. Als einfachen Screeningtest können Sie folgendes Verfahren anwenden: Besorgen Sie sich pH-Wert-Teststreifen (pH-Werte 5-8 sollten abgedeckt sein) in der Apotheke. Messen Sie sechsmal täglich (immer vor sowie etwa eine Stunde nach den Hauptmahlzeiten) den pH-Wert im Urin. Optimal wären Werte von ständig um die 7 – das hat aber heute fast niemand mehr. Vor dem Essen dürfen auch einmal niedrigere Werte auftauchen. Nach dem Essen sollten die Werte aber ansteigen (wenn die Magensäure sich mit der Nahrung mischt, gehen gleichzeitig Basen ins Blut, die den Urin basischer werden lassen).

Interpretation einer Säure-Basen-Messung 

 

v.d. Frühstück:

danach:

v.d. Mittagessen:

danach:  

v.d. Abendessen:

danach:

1.

6,8

7,0

7,2

7,5

7,2 

7,4

2.

5,6 

6,8

6,2

7,0 

6,5

7,2

3.

5,4 

6,5

5,2  

6,3

5,6

6,3

4.

5,2

5,7

5.5

5,8 

5,6 

5,9

1.

Optimale Werte: Die Werte liegen ständig um die 7 oder darüber, eine Übersäuerung ist ausgeschlossen

2.

Noch befriedigende Werte: Morgens ist der Urin recht sauer (darf so sein). Nach den Mahlzeiten sehen wir aber Werte um oder über 7. Eine deutliche Übersäuerung liegt nicht vor

3.

Mäßige Übersäuerung: Die Werte steigen nach dem Essen zwar etwas an, erreichen aber nicht die normalen Bereiche

4.

Deutliche Übersäuerung: Die Werte sind niedrig und steigen auch nach dem Essen nur unwesentlich an

Was ist bei einer Übersäuerung zu tun? Stellen Sie Ihre Ernährung um, so dass Sie nur wenige säuernde Lebensmittel und Genussmittel zu sich nehmen (Nikotin, Alkohol, koffeinhaltige Getränke, sehr zucker- und einweißreiche Lebensmittel meiden, dafür viel Gemüse, Obst, Kartoffeln und mineralreiche Mineralwässer). Ggf. kann die Gabe eines Basenpräparates angezeigt sein (z.B. Basica® oder bei Milchzuckerintoleranz Bullrichs Vital®). Wenn das nicht ausreicht, können in der Säuren-Basen-Therapie erfahrene Ärzte auch Baseninfusionen verabreichen. Damit kann eine Entsäuerung des Organismus erreicht werden. Der Magen muss dann weniger Säure produzieren. Wenn weniger Säure aus dem Magen in die Speiseröhre schwappt, dann haben wir auch weniger Sodbrennen.

Sodbrennen - Die Summe macht’s…

Wenn Sie nicht nur einen oder zwei der oben angegebenen Tipps beherzigen, sondern möglichst viele, dann wirken alle diese Maßnahmen synergistisch im Sinne einer Linderung bzw. sogar Heilung der Beschwerden. Tun Sie möglichst viel für sich, dann wird sich auch GERD freuen…

Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit

 © Dr. Volker Schmiedel
Chefarzt der Inneren Abteilung
FA für Physikalische und Rehabilitative Medizin
Naturheilverfahren, Homöopathie
Dozent für Biologische Medizin (Univ. Mailand).

Animationen animierte Augen

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Natürlich gesund

ISBN: 9783830422211
EUR [D] 24,95 / EUR [A] 25,70
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Volker Schmiedel

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