Logo der Habichtswald-Klinik     HABICHTSWALDKLINIK
           Klinik für Ganzheitsmedizin und Naturheilkunde                  Abteilung Innere Medizin und Naturheilkundliche Ambulanz

                      34131 Kassel - Bad Wilhelmshöhe

                  Informationen zu Krankheiten
Weitere Medizinische Informationen und Links - speziell auch von
                                    
der Inneren Abteilung der Habichtswaldklinik -  klicken Sie hier

Omega-3 ©

Das Märchen vom Spiegel 

Es gab einmal vor langer Zeit in deutschen Landen einen Spiegel. Wenn man in diesen hineinschaute und ihm eine Frage stellte, dann erhielt man eine manchmal sehr kritische Antwort. Man konnte aber immer sicher sein, dass diese gut recherchiert war – ganz im Gegensatz etwa zu der bösen, bösen Konkurrenz mit den vier großen Buchstaben, die es mit der Wahrheit ja nicht immer so ganz genau nahm. 

Doch das ist lange vorbei. Wir leben schließlich in den Zeiten eines real existierenden Journalismus. Und da scheint es mehr darauf anzukommen, etwas zu berichten, das sehr sensationell klingt oder das einige Leute gerade lesen möchten. 

Omega-3: „Das Märchen vom Fisch“ 

So berichtete uns eben jener märchenhafte Spiegel vor kurzem (Ausgabe 14/2006, S. 163) das Märchen vom Fisch. Darin heißt es: „Die als Fitmacher gerühmten „Omega-3 -Fettsäuren“ sind nicht gesünder als schnödes Schweineschmalz.“ Das ist natürlich ein Schlag ins Gesicht der Omega-3 -Befürworter, die aufgrund zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen der letzten Jahre ihren Patienten nach bestem Wissen und Gewissen den Konsum von Omega-3-Fettsäuren www.ganzheits-medizin.de/fettsaeuren/ in Form von Leinöl oder fetten Seefischen nahe legten (darunter sogar der Autor dieser Glosse). 

Auch der Spiegel bemüht die Wissenschaft. Forscher der Universität Norwich haben 89 Studien zum Einfluss von Omega-3 -Fettsäuren auf Herzereignisse (z.B. Herzinfarkt) und die Todesfälle ausgewertet*. Dabei konnten sie für diese zeigen, „dass sie schneller zum Tod führen können“. Herzpatienten werden vor dem Konsum von Omega-3 -Fettsäuren ausdrücklich gewarnt, denn: „Statt zu gesunden, starben sie vermehrt am Infarkt.“ 

Diese Behauptungen entsprachen so diametral entgegengesetzt all dem, was ich in den vergangenen Jahren aus der (schulmedizinischen) Fachliteratur entnommen sowie in der täglichen klinischen Arbeit erfahren habe, dass ich mich entsetzt an den PC setzte, um mir die Originalarbeit der englischen Wissenschaftler durchzulesen. Dabei erfuhr ich Folgendes: Diejenigen Menschen, die Omega-3 -Fettsäuren einnahmen, hatten ein um 5 % niedrigeres Risiko, ein Herzereignis zu erleiden. Das Risiko zu sterben – an irgendeiner Todesursache – war um 13 % erniedrigt. Ich betone: erniedrigt, nicht erhöht. Diese Ergebnisse waren statistisch nicht signifikant. Die Forscher schließen daraus: Omega-3 -Fettsäuren haben keinen klaren (!) Effekt auf Herzereignisse oder die Gesamtsterblichkeit.

http://www.hundefotostudio.mynetcologne.de/more_Pics/lachs.jpg Lachs – früher gesund, plötzlich tödlich?

Omega-3: Fälscht der Spiegel wissenschaftliche Studien? 

Irgendwie müssen die Märchenprinzen des Spiegels da etwas falsch verstanden haben – oder sie wollten es nicht richtig verstehen. Natürlich ist das Ergebnis etwas enttäuschend. Ich hätte ein anderes erwartet und erhofft. Aber wenn überhaupt ein Ergebnis dabei herauskam, so war es ein leichter Schutzeffekt der Omega-3 -Fettsäuren, auf gar keinen Fall aber die schädigende Wirkung, die die Zauberer des Spiegels herbeiphantasiert haben. Und die Interpretation, dass Omega-3 -Fettsäuren nicht gesünder als Schweineschmalz seien, stammt auf gar keinen Fall von den Wissenschaftlern und ist so an den Haaren Rapunzels herbeigezogen, dass Pinocchio, hätte er den Artikel verbrochen, eine meterlange Nase davongetragen hätte. 

http://www.alldisneydvd.com/images/centre_pinocchio.jpg                     Die Grafik "http://www.kunstplattform.de/profile/admin/040705_202107-46/File1/nDerSpiegelEndzeit.jpg" kann nicht angezeigt werden, weil sie Fehler enthält.

Omega-3: Lügt der Spiegel wie Pinocchio, weil er Geschäfte mit der Angst machen will?

„Ich glaube keiner Statistik, es sei denn, ich habe sie selbst gefälscht.“ (Churchill) 

Abgesehen davon, dass der Spiegel die Studie falsch wiedergegeben hat, offenbart sich hier eine Schwäche der so genannten evidence based medicine, also der Medizin, die sich auf Beweise stützt – jedenfalls dann, wenn sie die alleinseligmachende Wahrheit nur in Metaanalysen sucht. Bei solchen Metaanalysen werden unterschiedlichste Untersuchungen zu einer ähnlichen Fragestellung über einen Kamm geschert. In eine solche Untersuchung kommen kleine und große Studien, qualitativ schlechte und qualitativ gute Untersuchungen, solche mit geringen und solche mit hohen Dosierungen des untersuchten Mittels. Dabei bleibt es nicht aus, dass einige vorhandene Effekte möglicherweise verwässert werden. Eine saubere wissenschaftliche Einzeluntersuchung ist mir allemal lieber als eine schlechte Metaanalyse. Eine solche qualitativ hochwertige Untersuchung ist die italienische GISSI-Studie**. Dabei erhielten 11.243 Herzpatienten zusätzlich 1 g Omega-3 -Fettsäuren – oder nicht. In der Hälfte der Patienten, die die Omega-3 -Fettsäuren einnahmen, gab es 20 % weniger Todesfälle insgesamt, 30 % weniger Tote durch kardiovaskuläre Ereignisse (z.B. Herzinfarkt oder Schlaganfall) und 45 % weniger Fälle von plötzlichem Herztod – also durch gefährliche Rhythmusstörungen wie das gefürchtete Kammerflimmern. Diese Effekte sind wirklich unglaublich. Keine Studie mit konventionellen Herzmedikamenten, seien es ASS, Betablocker oder Statine weist solche Risikoreduktionen auf! Und die Effekte sind so stark, dass sie auf gar keinen Fall mehr zufällig sein können.  

Nebenbei: Neulich las ich in einer schulmedizinischen kardiologischen Fachzeitschrift die Spekulation, dass, würden alle Menschen so viele Fische verzehren, wie es für ihr Herz gut wäre, es zu einer Überfischung der Meere kommen würde. Vielleicht ist das die Absicht des Hamburger (!) Nachrichtenmagazins: Die wollen die Fische für sich behalten! 

Das Märchen von der „gefährlichen“ Naturheilkunde - nicht nur bei Omega-3 -Fettsäuren

Was mir in den letzten Jahren unangenehm auffällt, ist, dass die Journaille sich regelrecht auf die Naturheilkunde eingeschossen hat. Haben kritische Magazine wie der Spiegel vor Jahren noch vehement vermeintliche oder tatsächliche Missstände in der Schulmedizin angeprangert, so ist plötzlich die Naturheilkunde der schlimme Bösewicht. Mit Pfefferminzöl werden scharenweise Säuglinge dahingemeuchelt, wer Vitamin E (siehe auch: www.ganzheits-medizin.de/vitamin-e/ einnimmt, sollte sich schon mal seinen Grabstein aussuchen, und wer fastet (www.natur-heil-verfahren.de/heilfasten/), könnte sich auch gleich einen Strick kaufen. 

Hat da nicht jemand Schneewittchen mit der bösen Hexe verwechselt? Pharmakologen – meist der Naturheilkunde nicht gerade freundlich gesonnen – sind sich sehr einig darin, dass es in Deutschland mehr als 10.000 Todesfälle pro Jahr durch (schulmedizinische) Medikamente gibt. Rheumamittel führen dabei die Todesstatistik an. Die etwa 30 Todesfälle durch Leberversagen, die Kava-Kava (www.1-medikamente.de/kava-kava/) angelastet worden sind, schmelzen bei kritischer Betrachtungsweise auf einen ganzen Fall zusammen – und das war eine leberkranke Alkoholikerin. Kennen Sie einen einzigen Toten durch Vitamin E? Ich warte immer noch auf einen wirklich belegten Todesfall durch das ach so gefährliche Vitamin E

Und bitte schön: Wer küsst das Dornröschen vom Spiegel wach und sagt ihm, es soll bei den wirklichen Risiken in der Medizin den Knüppel aus dem Sack holen? Aber vielleicht fürchtet der Spiegel ja die Nebenwirkungen eines solch märchenhaften Verhaltens: Möglicherweise schalten dann einige Goldesel ja weniger Anzeigen. Wenn ich einen Wunsch an die Fee vom Spiegel frei hätte, dann würde ich mir erbitten, dass Artikel, deren Wahrheitsgehalt von den Grimmschen Märchen noch übertroffen wird, zukünftig nicht mehr aus den Giftspritzen der Spiegelredakteure abgesondert werden. 

*Hooper, L, Thompson, RL et al.: Risks and benefits of omega 3 fats for mortality, cardiovascular disease, and cancer: systematic review. BMJ. 2006 Apr 1;332(7544):739-40. 
**Marchioli, R, Levantesi, G et al.: Antiarrhythmic mechanisms of n-3 PUFA and the results of the GISSI-Prevenzione trial. J Membr Biol. 2005 Jul;206(2):117-28.

Die Cholesterinartikel auf einen Blick:

1. Cholesterin: HDL und LDL - das "gute" und das "böse" Cholesterin
2. Arteriosklerose: Ist das Cholesterin für die Arteriosklerose verantwortlich?
3.
Oxidation: Was passiert, wenn Cholesterin ranzig wird?
4. Risikofaktoren:
Die „neuen“ Risikofaktoren Homocystein, Lp(a), Fibrinogen und
    hochsensitives CRP
5. Cholesterinsenker/Statine: die medikamentöse Behandlung - ein Wundermittel?
6.
Fettsäuren: Gute Fette - Schlechte Fette
7. Nikotinsäure: Wenn andere Fettsenker nicht vertragen werden
8. Omega 3: Das Märchen vom Spiegel

Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit

 © Dr. Volker Schmiedel
Chefarzt der Inneren Abteilung
FA für Physikalische und Rehabilitative Medizin
Naturheilverfahren, Homöopathie
Dozent für Biologische Medizin (Univ. Mailand).

Animationen animierte Augen

Weitere Medizinische Informationen und Links für Patienten und Interessierte - von Abnehmen bis Zöliakie -  finden Sie hier.

Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten stehe ich Ihnen im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in der naturkundlichen Privatambulanz.

Alle notwendigen Laboruntersuchungen können in der Inneren Abteilung der Habichtswaldklinik oder der Naturheilkundlichen Privatambulanz durchgeführt werden.

Informationen über das Therapieangebot der Inneren Abteilung:
http://www.habichtswaldklinik.de/Die_Abteilung_Innere_Medizin.html

Informationen über ambulante Diagnostik und Therapie:
http://www.habichtswaldklinik.de/Naturheilk_Ambulanz.html
Hier finden Sie weitere Gesundheitstipps:
http://www.gesundheitstipps.wicker-kliniken.de/

Die aktuellen und archivierten Naturheilkundlichen Newsletter finden Sie hier:
http://www.habichtswaldklinik.de/Naturlheilkundlicher_Newsletter.html

Sie möchten wieder fit für den Alltag werden? Profitieren Sie von unserem speziellen Gesundheitsangebot für Selbstzahler, Privatversicherte und Beihilfeberechtigte. Oder nutzen sie unsere speziellen Angebote bei Bauchbeschwerden, Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen oder einer koronaren Herzkrankheit.
Zu allen Angeboten der Inneren Abteilung für Selbstzahler ohne Kostenübernahme eines offiziellen Kostenträgers für einen stationären Aufenthalt (z. B. Beihilfe und/oder PKV oder andere Kostenträger) bieten wir zusätzlich äußerst attraktive Rabatte.
                                                                                                         Wir behandeln keine Krankheiten
                                                                                                                       wir behandeln Menschen

Sie möchten diesen Artikel ausdrucken? Markieren Sie den Text, gehen Sie in der Symbolleiste auf "Datei",
dann auf "Drucken", danach "Markierung" anklicken und dann erst drucken, denn sonst verlieren Sie durch die nachfolgende Textübersicht unnötiges Papier.

Sagen Sie uns ruhig mal Ihre Meinung!
Oder stellen Sie Ihre Fragen -
klicken Sie uns hier an...

Aktualisiert: August 2010

Weitere Informationen zu Krankheiten finden Sie bei der Wicker-Gruppe unter www.informationen-zu-krankheiten.de. Info-Material zur Klinik anfordern: www.wicker-gruppe.de/infomaterial-anfordern.html

Die Klinik ist nach den Qualitätsgrundsätzen der DIN-EN ISO 9001zertifiziert.

Unsere Klinik ist von allen gesetzlichen Krankenversicherungen in Deutschland nach § 111 als Rehabilitationsklinik anerkannt. Wir sind außerdem von allen privaten Krankenkassen als gemischte Anstalt anerkannt. Die Kostenübernahme muss aber zuvor bei dem jeweiligen Kostenträger beantragt werden. Bei Rückfragen bezügl. der Kostenübernahme können Sie sich gerne an unseren Verwaltungsleiter, Herrn Schenk, wenden (Servicetel.: 0800 / 8 90 11 00, Tel.: 0561-3108-621, E-Mail)

Weitere Fragen?
Schicken Sie uns eine Email

Telefon +49 (0) 56 1- 31 08  - 102 oder - 622
Telefax 31 08 - 104

Habichtswaldklinik

· Impressum· Anfahrt

Wigandstraße 1 · 34131 Kassel - Bad Wilhelmshöhe (Germany)
Telefon +49 (0) 56 1-3108-0 · Telefax 31 08 - 128

Servicetelefon 0800 / 8 90 11 00 · Info-Fax 0800 / 7 32 73 80

Haftungshinweis:
Für die gemachten Angaben wird keine Gewähr übernommen; im Einzelfall ist immer ein Arzt zu konsultieren! Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehmen wir keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.