Nikotinsäure
Wenn andere
Kaum ein Markt – ich spreche bewusst von Markt – ist so umstritten wie der Nahrungsergänzungsmarkt. Einerseits gibt es Ärzte, die behaupten, das nütze doch alles eh nichts, könne im Gegenteil sogar zu schweren Schäden führen. Andererseits gibt es vehemente Befürworter, die „ihr“ Präparat sehr aggressiv vermarkten und teilweise abenteuerliche Heilerfolge versprechen. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo in der Mitte. Ich sage wahrscheinlich, weil „harte“ wissenschaftliche Erkenntnisse hierzu noch recht spärlich und widersprüchlich sind oder Studienergebnisse überinterpretiert werden.
Eine
„Nahrungsergänzung“ möchte ich hier ausführlicher behandeln, da sich hierzu in
den letzten Jahren interessante neue Erkenntnisse ergeben haben. Es handelt sich
dabei die Nikotinsäure. Es handelt sich
dabei quasi um sehr hoch dosiertes Vitamin B3.
Einsatzgebiete von Nikotinsäure Nikotinsäure ist möglicherweise nicht die erste Wahl, aber in folgenden Fällen sollten Sie unbedingt daran denken:
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Wenn andere
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Wenn die
► Wenn das HDL trotz aller, möglicherweise auch medikamentösen Maßnahmen zu niedrig ist, kann Nikotinsäure entscheidend helfen.
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Wenn trotz Einsatz von ► Wenn neben den erhöhten Fettwerten auch noch das Lp(a) erhöht ist, lohnt sich ein Versuch mit Nikotinsäure, um auch diesen, das Risiko potenzierenden Faktor positiv zu beeinflussen. Nikotinsäure - Nicht ganz ohne Nebenwirkungen Nikotinsäure ist relativ gut verträglich und nebenwirkungsarm. Die unangenehmste Nebenwirkung besteht in einer deutlichen Gefäßerweiterung, was ja eigentlich gar nicht so schlecht wäre. Es kann jedoch zu einem deutlichen Flush kommen. Ein Flush ist eine Rötung der Haut, besonders des Gesichtes, und ein damit verbundenes Wärmegefühl. Dies kann sich bis zu brennenden und stechenden Schmerzen steigern. Man kann aber etwas dagegen tun: ► Es gibt heute Verzögerungspräparate, die den Wirkstoff so langsam freisetzen, dass diese Nebenwirkung viel geringer ausfällt. ► Die Dosis sollte alle ein bis zwei Wochen um eine Dosisstufe gesteigert werden, so dass der Körper sich langsam daran gewöhnt. ► Patienten sollten das Präparat abends einnehmen, damit die Nebenwirkung nachts im Schlaf auftritt und gar nicht bemerkt wird. ► Patienten können es abends zusammen mit ASS 100 einnehmen. Viele Patienten mit Fettstoffwechselstörungen nehmen ohnehin ASS ein. Wenn ASS zusammen mit Nikotinsäure (oder besser noch ein bis zwei Stunden vorher) eingenommen wird, mindert dies die Nebenwirkungen. Wenn diese Maßnahmen berücksichtigt werden, kann fast jeder eine Dosis von Nikotinsäure einnehmen, die seine Fette günstig beeinflusst, ohne unakzeptable Nebenwirkungen zu verursachen. Ein Beispiel für ein Nikotinsäurepräparat ist Niaspan®. Dieses gibt es in den Dosierungen 375, 500, 750 und 1000 mg, so dass es langsam gesteigert werden kann. Nikotinsäure
Wirkweise:
Nikotinsäure hemmt im Fettgewebe den Abbau der Fette zu
Gegenanzeigen:
akute
Herz-Kreislauf-Schwäche, Vorsicht bei
Herzmuskelschwäche, schwere
Leber- oder Nierenfunktionsstörungen,
Magen-Darm-Geschwür, akute Blutungen,
Gicht, Schwangerschaft,
Stillzeit, bei gleichzeitiger Einnahme von
Nebenwirkungen: Hautrötung, Kribbeln, Jucken, Hauttrockenheit, Verhornung der Haut, leichte Verschlechterung der Blutzuckereinstellung möglich, Harnsäureanstieg, Magen-Darm-Beschwerden Vorteile: Nebenwirkungen meist harmlos und vorübergehend (siehe Kap. Orthomolekulare Medizin), in Verbindung mit Statinen wurden Rückbildungen von Gefäßverengungen und eine deutlich verbesserte Überlebensrate beobachtet, bestes HDL-steigerndes Medikament Nachteile: Einnahme mehrmals täglich (außer bei retardiert wirkender Nikotinsäure), langsame Steigerung der Dosis über mehrere Wochen Präparatebeispiele: Niaspan®, Complamin® spezial, Nicolip® Teile dieses Artikels stammen aus dem Buch: Schmiedel, V. "Cholesterin - 99 verblüffende Tatsachen" - Stuttgart, Trias 2006. Wir danken dem Verlag für die freundliche Genehmigung. Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit
Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten stehe ich Ihnen im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in der naturkundlichen Privatambulanz. Alle notwendigen Laboruntersuchungen können in der Inneren Abteilung der Habichtswaldklinik oder der Naturheilkundlichen Privatambulanz durchgeführt werden.
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