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Das Immunsystem ©  

Diagnostik des Immunsystem’s

Was tun, wenn immer wieder Infekte auftreten?

Doch zunächst unsere Quizfrage:

Was glauben Sie, wie viel % der Leukozyten, also der „Polizisten unseres Körpers“ befinden sich im Bereich des Darmes?

a) 10 %
b) 20 %

c) 40 %
d) 80 %

Immer mehr Menschen klagen über Infektanfälligkeit. Sind Sie auch bei jeder Erkältungswelle dabei? Oder werden Sie eine Infektion nicht so schnell wieder los, wenn Sie wieder einmal eine aufgefangen haben? Dann sollten Sie was dagegen tun. Diagnostisch steht uns mittlerweile ein ganzes Arsenal von Methoden zur Verfügung, die das Immunsystem beurteilen.

Das Immunsystem, welches sich in Hunderten von Jahrmillionen während ständiger Auseinandersetzungen mit unterschiedlichsten Erregern entwickelt hat, ist daher äußerst komplex. Das macht es für Krankheitskeime relativ schwer, in einem Organismus Fuß zu fassen - wir bemerken ja nur die "erfolgreichen Infektionen, nicht hingegen die tausendfach erfolgreiche Abwehr an den verschiedenen Fronten unseres Immunsystem s.

Da wären zunächst einmal die natürlich Barrieren - Haut und Schleimhäute -, die bereits ein schwer überwindliches Hindernis für die meisten Keime darstellen. Ein guter Säurewert der Haut bzw. eine Besiedelung des Darmes mit für uns günstigen Keimen erhöht den Schutz.

Im Blut und im Bindegewebe stehen weitere "Soldaten" für den Kampf gegen unerwünschte Eindringlinge bereit. Unspezifische Faktoren wie die Makrophagen ("Fresszellen"), natürliche Killerzellen oder das Komplementsystem, dazu noch spezifische Abwehrmittel, wie die B- und T-Lymphozyten. Diese wurden durch eine Infektion oder Impfung "trainiert" und stehen nun "Gewehr bei Fuß", falls der gleiche Erreger noch einmal sein Glück versucht. Die meisten Angriffe werden bereits durch die Haut- und Schleimhautbarrieren abgewehrt. Sollte eine Infektion diese Fronten überwinden, so benötigt das spezifische Abwehrsystem einige Tage, um genügend Antikörper und Abwehrzellen zu bilden - daher dauert ein Schnupfen in der Regel auch etwa 7 Tage.

Wir dürfen heute ohne Übertreibung sagen, dass sich unser medizinisches Wissen über das Immunsystem alles paar Jahre verdoppelt. Und noch wissen wir vermutlich nur einen kleinen Teil dessen, was wir benötigen würden, um dieses komplexe Wunderwerk der Natur vollständig zu begreifen.

Bei rezidivierenden Infekten, also immer wieder auftretenden Infektionen, besteht möglicherweise eine Schwäche des Immunsystem 's, die es abzuklären gilt. Einige recht einfache Untersuchungsmethoden stehen mittlerweile zur Verfügung und können im Einzelfall den Ursachen für eine Abwehrschwäche des Immunsystem 's auf die Spur kommen:

   ¤ Blutbild plus Differentialblutbild: Diese einfache und preiswerte Untersuchung gibt bereits Informationen über die Anzahl der weißen Blutkörperchen (die für einen Teil der Immunabwehr verantwortlich sind) sowie deren Untergruppierungen, z.B. die wichtigen Lymphozyten. Jeder Hausarzt kann diese Untersuchung durchführen.

    ¤ Lymphozytendifferenzierung: Diese aufwändige und relativ teure Spezialuntersuchung teilt die Lymphozyten in die verschiedenen Untergruppen ein (z.B. T-Lymphozyten, B-Lymphozyten, Helfer-, Suppressor- und natürliche Killerzellen), des weiteren kann das wichtige Verhältnis zwischen Helfer- und Suppressorzellen errechnet werden, welches bei AIDS-Patienten sehr, bei anderweitigen Patienten mit Schwäche des Immunsystem’s häufig mäßig erniedrigt ist. Diese Untersuchung kann nur in großen Krankenhäusern oder Spezialambulanzen durchgeführt 
werden.

    ¤ IgA-, IgG-, IgM-Globuline: Diese Antikörper gegen Krankheitserreger werden von den B-Lymphozyten gebildet. Während in der Lymphozytendifferenzierung die Anzahl der B-Lymphozyten bestimmt wird, können wir hier ihre Funktion abfragen. Sind einzelne Zelllinien geschädigt, kann es zu umschriebenen Mangelsituationen mit der Folge einer Abwehrschwäche kommen.

    ¤ In einer Vollblutanalyse kann man Aufschluss über den Bestand an Zink, Selen und den Vitaminen B6, B12 und Folsäure erhalten – alles wichtige Nährstoffe für unser Immunsystem. Nur wenige Speziallabore sind dazu in der Lage.

    ¤ sIgA im Stuhl: Das „sekretorische Immunglobulin A“ im Stuhl gibt Hinweise darauf, ob und wie gut das Immunsystem des Darmes (siehe auch Lösung der Quizfrage) funktioniert. Die Bestimmung der Darmflora zeigt uns die Verteilung physiologischer, "guter" und ggf. auch pathogener, "schlechter" Bakterien oder Pilze an.

Dieses Screening-Immunprogramm ergibt schon ein recht umfassendes Bild über Zustand und Funktion des Immunsystem 's. Eine solche Untersuchung sollte aber nicht "mal eben so", sondern nur dann durchgeführt werden, wenn auf Grund häufiger oder schlecht überstandener Infektionen der dringende Verdacht auf eine Schwäche des Immunsystem’s vorliegt. In der naturheilkundlichen Ambulanz der Habichtswald-Klinik können diese Untersuchungen alle durchgeführt werden.

Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit  

 © Dr. Volker Schmiedel
Chefarzt der Inneren Abteilung
FA für Physikalische und Rehabilitative Medizin
Naturheilverfahren, Homöopathie
Dozent für Biologische Medizin (Univ. Mailand).

Animationen animierte Augen

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Auflösung der Quizfrage: 

Richtig ist Lösung d)! Nur wenig bekannt ist, dass ca. 80 % der gesamten zellulären Immunabwehr im Bereich des Darmes lokalisiert ist. Der Darm ist mit 400-600 m2 unsere größte Kontaktfläche zur Außenwelt. Hier muss sich das Immunsystem mit den Antigenen der Nahrung und möglicher Krankheitserreger befassen. Unter anderem entscheidet sich auch hier, ob das Immunsystem zu schwach ist (Immunschwäche) oder überreagiert (Allergien). Die physiologisch vorkommenden Darmbakterien spielen für die richtige Schulung des Immunsystems eine entscheidende Rolle.

Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten stehe ich Ihnen im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in der naturkundlichen Privatambulanz.

Alle oben erwähnten Laboruntersuchungen können in der Inneren Abteilung der Habichtswaldklinik oder der Naturheilkundlichen Privatambulanz durchgeführt werden.

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